Die Furcht vor den Folgen des sich ausweitenden Krieges im Nahen Osten schürt Inflationsängste und lässt Staatsanleihen der Eurozone weiter nach unten trudeln. Im Gegenzug steigt die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe, die als Referenz für den Währungsraum gilt, um 4,7 Basispunkte auf 2,909 Prozent. Die Rendite der zinssensiblen zweijährigen Anleihe klettert um 10,1 Basispunkte auf 2,410 Prozent und damit auf ein Niveau, das zuletzt im September 2024 erreicht worden ist. Am Markt dominierte der Schock über die Explosion bei den Rohölpreisen, die Brent-Rohöl aus der Nordsee zeitweise um rund 29 Prozent auf bis zu 119,50 Dollar je Barrel verteuerte.
Das Risiko höherer Kreditkosten ist vor allem in Ländern akut, die auf Energieimporte angewiesen sind. Die Rendite zweijähriger britischer Staatsanleihen zieht um 16,1 Basispunkte an. Die Rendite zehnjähriger Gilts klettert um mehr als 15 Basispunkte auf 4,776 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit September. Händler rechneten am Montag mit einer Wahrscheinlichkeit von über 50 Prozent, dass die Bank of England die Zinssätze in diesem Jahr anheben wird. Das ist eine deutliche Kehrtwende gegenüber Februar, als zwei Zinssenkungen eingepreist waren.
(Reuters)

