Die Aktien von Sandoz steigen am Donnerstag in der Eröffnung um 0,7 Prozent auf 62,44 Franken, während der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) um 0,8 Prozent anzieht. Seit der Abspaltung von Novartis im Herbst 2023 hat der Titel 156 Prozent zugelegt. 

Auslöser für die jüngsten Kursgewinne bei Sandoz sind Nachrichten des indischen Generikaherstellers Dr. Reddy's Laboratories. Dieser wird im März, nach Ablauf des Patentschutzes für das Novo-Nordisk-Medikament Ozempic, eine eigene Generikaversion auf den Markt bringen. Dr. Reddy's ist damit das erste Unternehmen, das sich den Boom um die Diabetes- und Abnehmtherapie in Indien sichert. Wie die Firma gestern mitteilte, plant sie, generisches Semaglutid über die nächsten 12 bis 15 Monate in mehr als 80 Ländern zu lancieren.

Dr. Reddy's und Sandoz entwickeln unabhängig voneinander Generika für die Blockbuster-Medikamente Ozempic und Wegovy, die beide auf dem Wirkstoff Semaglutid basieren. Im Gegensatz zum Start in Indien müssen Sandoz und andere Hersteller in Kanada noch warten, bis die Patente von Novo Nordisk auslaufen. Dies dürfte im dritten Quartal der Fall sein.

Urban Fritsche, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB), erwartet bei Sandoz für 2026 einen Umsatz mit generischem Semaglutid von 32 Millionen Dollar, der bis 2030 auf 122 Millionen Dollar ansteigen dürfte. Da Sandoz generisches Semaglutid in der ersten Phase über Drittproduzenten einkaufen wird, sieht der ZKB-Experte in den offensiven Plänen von Dr. Reddy’s eine Bestätigung seiner Schätzungen für Sandoz. Fritsche sieht den fairen Wert der Sandoz-Aktien, basierend auf einer diskontierten Cashflow-Bewertung, bei 73 Franken und hält an der Einschätzung «Übergewichten» fest. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von knapp 14 Prozent.

Das durchschnittliche Kursziel liegt gemäss AWP-Analyser bei 57 Franken, wobei die höchste Schätzung 74 Franken und die niedrigste 44 Franken beträgt. Neun Analysten stufen den Titel mit «Kaufen» ein, sechs vergeben ein «Halten». Es liegen keine Verkaufsempfehlungen vor. Sandoz wird am 25. Februar die Zahlen für das vierte Quartal sowie das Gesamtjahr 2025 vorstellen.

Auch JPMorgan ist optimistisch: Analyst Richard Vosser hat jüngst das Kursziel für Sandoz im Rahmen einer Branchenstudie von 60 auf 66 Franken erhöht und die Kaufempfehlung bestätigt. Er geht für 2025 von einem beschleunigten Wachstum des Nettoumsatzes aus, das sowohl vom Generika- als auch vom Biosimilars-Geschäft angetrieben werde.

Für das Generika-Segment erwartet der JPMorgan-Experte, dass die Beschleunigung teilweise durch das internationale Geschäft getragen werde, auch wenn sich der Verkauf des China-Geschäfts im ersten Halbjahr 2025 noch auswirken dürfte. Bei den Biosimilars rechnet der Analyst in Nordamerika mit einem robusten Wachstum von über 30 Prozent in Lokalwährungen. Für die Kernmarge auf Stufe EBITDA prognostiziert Vosser eine Ausweitung um rund 130 Basispunkte auf 22,6 Prozent.

(cash)