Der Umsatz des KI-Unternehmens Anthropic ist im dritten Quartal um 45 Prozent zum Vorquartal auf 16,8 Milliarden Dollar gestiegen. Dies berichtet ein Investor, der am Mittwoch an einem Treffen der Anthropic-Führung mit möglichen Anlegern in San Francisco teilnahm. Im ersten Quartal hätten die Erlöse 4,7 Milliarden Dollar betragen und im zweiten Quartal 11,6 Milliarden Dollar. Anthropic plant einen Börsengang.
Er dürfte vor einem öffentlichen Listing des Rivalen OpenAI erfolgen und gilt als einer der ersten Tests für die Nachfrage der Anleger nach Aktien von KI-Entwicklern mit hohen Verlusten und grossem Kapitalbedarf. Die Finanzen von KI-Unternehmen werden zunehmend kritisch geprüft, da sie hohe Summen in Chips, Rechenzentren und Rechenleistung investieren, die für die Entwicklung und den Betrieb immer leistungsfähigerer Modelle nötig sind. Reuters hatte berichtet, dass das Anthropic-Börsendebüt voraussichtlich auf die Zeit nach den US-Zwischenwahlen im November verschoben wird.
Das KI-Unternehmen strebt eine Bewertung von mehr als zwei Billionen Dollar an. Das Startup will Investoren davon überzeugen, dass das schnelle Umsatzwachstum langfristig die hohen Kosten für die Entwicklung und den Betrieb von KI-Systemen übertreffen kann. Das von früheren OpenAI-Führungskräften gegründete Unternehmen ist mit seiner Modellfamilie Claude zu einem der führenden Entwickler generativer KI aufgestiegen.
Gestützt wird die Expansion von Alphabet-Tochter Google und Amazon, die zugleich Investoren, Lieferanten von Rechenleistung, Vertriebspartner und Wettbewerber sind. Anthropic versucht, sich durch seinen Schwerpunkt auf KI-Sicherheit von der Konkurrenz abzuheben, und warnt vor den Gefahren immer leistungsfähigerer Systeme. Gleichzeitig steht das Unternehmen in einem harten Wettbewerb um die Entwicklung und Vermarktung stärkerer Modelle.
(Reuters)

