Im Gegenzug steigt die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen ‌Bundesanleihe ⁠um sechs Basispunkte auf 2,99 Prozent. Im März hatte sie mit 3,13 Prozent ihren ⁠höchsten Stand seit Juni 2011 erreicht. Auch die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen legt leicht auf 4,465 ‌Prozent zu. Die Ölpreise stiegen zum Wochenstart in der ‌Spitze um rund vier Prozent, nachdem ​der Iran und die USA gegenseitig von Angriffen am Wochenende berichtet hatten.

Die Kämpfe im Nahen Osten dämpften die Hoffnungen, dass die USA und der Iran bald eine Verlängerung ihres Waffenstillstands verkünden könnten. Spekulationen auf Fortschritte bei den Verhandlungen hatten im Mai ‌den Preis für Brent Rohöl und US-Leichtöl WTI jeweils um rund 19 beziehungsweise 17 Prozent gedrückt. Die Sorgen um die Minen in der Strasse von Hormus nehmen jedoch ​zu, konstatierte IG-Analyst Tony Sycamore. «Selbst wenn eine Einigung erzielt ​wird, wird dies nicht zu einem Überangebot führen.»

«Letztlich ​überwiegt die Hoffnung, dass ein mögliches Rahmenabkommen den Weg für eine schrittweise Normalisierung des Schiffsverkehrs in ‌der Strasse von Hormus ebnen wird», sagte Commerzbank-Ökonom Rainer Guntermann. Ein solches Abkommen könnte den Inflationsdruck mindern und die Erwartungen an eine straffere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank dämpfen. ​Die Wahrscheinlichkeit ​für eine erste Zinserhöhung noch in ⁠diesem Monat wird auf etwa 80 Prozent beziffert.

Auch ​in den USA richten ⁠die Anleger ihren Blick auf die Notenbank. «Der Markt braucht ein Abkommen zur ‌Öffnung der Strasse von Hormus, um den nächsten Aufschwung bei Aktien und einen Rückgang der Zinsen zu ermöglichen», teilte Mohit Kumar, Chefökonom für Europa ‌bei Jefferies, mit. Die Märkte sehen eine Wahrscheinlichkeit von 50 ​Prozent, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen bis zum Jahresende anheben wird.

(Reuters)