Der Verkaufserfolg des iPhone 17 und die Erholung des wichtigen ‌China-Geschäfts haben Apple ‌zu einem überraschend deutlichen Wachstum verholfen. Daraufhin lieferte der US-Elektronikkonzern am Donnerstag einen optimistischen Ausblick. Der Umsatz werde im laufenden Quartal voraussichtlich um bis zu 16 Prozent steigen. Im vorangegangenen Vierteljahr hatte er ähnlich stark zugelegt und mit 143,8 Milliarden Dollar ​ein Rekordhoch markiert. «Die iPhone-Nachfrage war atemberaubend», sagte Firmenchef Tim Cook in einem Reuters-Interview. ‌Die Einnahmen aus den Smartphone-Verkäufen legten um 23 Prozent ‌auf 85,27 Milliarden Dollar zu, so stark wie noch nie.

Überdurchschnittlich zulegen konnte Apple in China, wo die Erlöse um 38 Prozent auf 25,53 Milliarden Dollar kletterten – ein mehr als doppelt so starker Anstieg wie von Analysten prognostiziert. In den vergangenen Jahren hatte der US-Konzern unter dem verstärkten Wettbewerb heimischer Konkurrenten wie Huawei oder Xiaomi gelitten. ⁠Die zögerliche Einführung von KI-Funktionen war ein Grund für die Abwanderung der technikaffinen chinesischen Kunden.

Aufholjagd bei Künstlicher Intelligenz

Hier will Apple nachbessern: Im Laufe des Jahres werde eine mithilfe der KI von Google verbesserte Version der digitalen Assistentin Siri auf den Markt ​kommen, sagte Cook weiter. Dies könnte der iPhone-Nachfrage weiteren Schub verleihen, prognostizierten die Analysten der ‌Bank Goldman Sachs. Dem Analysehaus Counterpoint zufolge ist Apple mit ‍einem Marktanteil von 20 Prozent aktuell der weltgrösste Smartphone-Anbieter.

Daneben gab Apple am Donnerstag die Übernahme von Q.ai bekannt. Das israelische Start-up entwickelt ​eine KI, die geflüsterte Unterhaltungen oder Aufnahmen in lauter Umgebung verständlicher machen soll. Die beiden Gründer Yonatan Wexler und Avi Barliya sowie der Firmenchef Aviad Maizels blieben im Unternehmen. Finanzielle Details teilte Apple nicht mit. Q.ai wird nach Reuters-Informationen ‌mit knapp zwei Milliarden Dollar bewertet.

Steigende Preise für Speicherchips

Über die Preissteigerungen ⁠bei Speicherchips äusserte sich Cook bei einer Telefonkonferenz gelassen. Die Belastungen ‌seien im abgelaufenen Quartal minimal ausgefallen. Im aktuellen Vierteljahr würden sie voraussichtlich «etwas grössere Auswirkungen» auf die Gewinnmargen haben. «Apple ist geschickt bei der Bewältigung von ‍Störungen in der Lieferkette», schrieben die Analysten der Investmentbank Rosenblatt. «Wir gehen davon aus, dass das Unternehmen seine Marktmacht nutzen wird, um Lieferanten zu Zugeständnissen zu drängen und sich Lieferungen zu sichern.»

Durch den ​Bauboom bei Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) übersteigt die Nachfrage das Angebot bei Weitem. Viele ‍Halbleiterkonzerne produzieren zudem verstärkt ertragsstärkere Speicher für Server anstatt für Unterhaltungselektronik wie Smartphones oder PCs. Apple-Rivale Samsung, der auch ein bedeutender Speicherchip-Produzent ist, warnte vor einer Verschärfung der Lieferengpässe und weiteren Preissteigerungen. Ähnlich äusserte sich der Halbleiterkonzern SK Hynix.

Nachbörslich steigt die Aktie um lediglich 0,2 Prozent. 

(Reuters)