Wie aus nicht öffentlich gemachten Zahlen hervorgeht, die von mit der Angelegenheit vertrauten Personen stammen, wurden 2025 rund 55 Millionen iPhones in Indien montiert, nach 36 Millionen im Vorjahr. Weltweit produziert Apple jährlich zwischen 220 und 230 Millionen iPhones, wobei Indiens Anteil daran rasant wächst.
In den vergangenen Jahren hat Apple seine Expansion in Indien beschleunigt, dem bevölkerungsreichsten Land der Welt. Unterstützt wird dieser Schritt durch produktionsgebundene Förderprogramme unter Premierminister Narendra Modi, die Indien zu einer globalen Produktionsdrehscheibe machen sollen. Diese Subventionen helfen, strukturelle Kostennachteile auszugleichen, mit denen Hersteller in Indien konfrontiert sind – etwa fehlende Lieferketten wie in China oder logistische Herausforderungen.
Während China nach wie vor der Hauptproduktionsstandort für iPhones bleibt, sahen sich Lieferungen von dort 2025 mit Gegenwind konfrontiert, da die US-Zölle im Rahmen des Handelskriegs zwischen den beiden Wirtschaftsmächten die Kosten erhöhten. Dies veranlasste Apple und seine Zulieferer, einen grösseren Teil der für den US-Markt bestimmten Geräte in alternative Produktionsstandorte zu verlagern – wobei Indien als einer der grössten Gewinner dieser Entwicklung hervorging.
Teures Indien
Obwohl sich die Kostenlücke verringert hat, bleibt die Fertigung von Elektronik und Komponenten in Indien teurer als in Ländern wie China oder Vietnam. Deshalb drängen Apple, Samsung Electronics und andere Technologiekonzerne auf weitere staatliche Unterstützung. Aktuell verhandeln Unternehmen mit der indischen Regierung über eine neue Runde von Anreizen, um das Exportwachstum zu fördern. Die aktuellen Produktionssubventionen für Smartphones laufen am 31. März aus, und da das US-Supreme Court einige der Zölle auf China kürzlich kippte, muss Indien schnell handeln, um kostentechnisch wettbewerbsfähig zu bleiben.
Apple, das seinen Hauptsitz in Cupertino, Kalifornien, hat, lässt sämtliche Versionen der neuesten iPhone-17-Reihe – einschliesslich der High-End-Modelle Pro und Pro Max – in Indien montieren. Auch ältere Modelle wie das iPhone 15 und 16 werden von Apples Zulieferern in Indien, darunter Foxconn Technology, Tata Electronics und Pegatron, für den lokalen Markt und den Export gefertigt.
Der stark gestiegene Produktionsanteil in Indien unterstreicht Apples langfristige Lieferkettenstrategie, einen zweiten grossen iPhone-Produktionsstandort aufzubauen, um die globale Nachfrage zu bedienen. Das Unternehmen vertieft und erweitert dabei seine Partnerschaften mit lokalen Zulieferern, um auch Komponenten wie Lithium-Ionen-Zellen, Gehäuse für Uhren und Telefone sowie Zubehör wie AirPods vor Ort herzustellen.
Doch Apple setzt nicht nur auf die Produktion, sondern zielt auch auf Marktanteilsgewinne in einer Region ab, in der die Umsätze bereits die neun-Milliarden-Dollar-Marke überschritten haben. Um die Präsenz weiter auszubauen, plant das Unternehmen, Apple Pay noch in diesem Jahr in Indien einzuführen. Zudem umfasst das Einzelhandelsnetzwerk des Konzerns in Indien mittlerweile sechs eigene Stores – ein weiterer Beleg dafür, wie wichtig das Land nicht nur als Produktionsstandort, sondern auch als schnell wachsender Absatzmarkt geworden ist.
(Bloomberg/cash)
