Apple-Zulieferer - AMS mit mageren Zielvorgaben - Kurs bricht ein

AMS wartet für das dritte Quartal mit einem soliden Zahlenkranz, gleichzeitig aber mit enttäuschenden Margenvorgaben für das Schlussquartal auf. Die Börse schickt die Aktie des Sensorenherstellers auf Tauchfahrt.
23.10.2018 14:26
Von Lorenz Burkhalter
Alexander Everke ist CEO von AMS.
Alexander Everke ist CEO von AMS.
Bild: cash

Der Sensorenhersteller AMS steigert den Absatz im dritten Quartal kräftig und übertrifft die Erwartungen an die Umsatz- und die operative Gewinnentwicklung klar. Einzig der bereinigte Reingewinn bleibt etwas hinter den Prognosen zurück.

Die Zielvorgaben für das vierte Quartal sorgen allerdings für enttäuschte Gesichter. So strebt der Apple-Zulieferer im Schlussquartal eine operative Marge (EBIT) zwischen 16 und 20 Prozent bei einem Umsatz von 570 bis 610 Millionen Dollar an. Analysten hatten hingegen mit einem Umsatz von 626 Millionen Dollar und einer operativen Marge von 27 Prozent gerechnet.

Und auch von der im Juli angekündigten strategischen Überprüfung gehen keine Impulse aus. Das Unternehmen will dem Bereich Umweltsensorik zukünftig keine Priorität mehr schenken. Ob und wie viele Kosten sich mit diesem Schritt einsparen lassen, darüber schweigt man sich vorerst noch aus. An der Schweizer Börse SIX wird die AMS-Aktie zur Stunde noch mit einem Minus von 23,9 Prozent auf 37,90 Franken abgestraft. Die Tagestiefstkurse liegen gar bei 34,10 Franken.

Zielvorgaben deuten margenschwaches Schlussquartal an

Wie einem Kommentar aus dem Hause UBS entnommen werden kann, fällt der Zahlenkranz für das dritte Quartal zwar solide aus. Allerdings werde er die Diskussion rund um die nächstjährige Umsatzentwicklung nicht verstummen lassen. Auch von den Zielvorgaben für das Schlussquartal zeigt sich der Autor des Kommentars enttäuscht. Er war bisweilen von einem Umsatz von 620 Millionen Dollar und einer operativen Marge von 24 Prozent ausgegangen und wird seine Schätzungen nun wohl mit dem Rotstift überarbeiten müssen.

Der UBS-Analyst stuft die AMS-Aktie wie bis anhin mit "Neutral" ein und wird das 65 Franken lautende 12-Monats-Kursziel womöglich einer Reduktion unterziehen.

Versöhnlicher gibt sich die britische Grossbank Barclays. Der dortige Analyst sieht seine Prognosen mit den Zielvorgaben für das vierte Quartal nur leicht verfehlt und weist darauf hin, dass mehrere Analysten ihre Schätzungen in den letzten Wochen teilweise kräftig reduziert haben.

Angesichts der intakten langfristigen Wachstumsaussichten empfiehlt der Barclays-Analyst die AMS-Aktie weiterhin mit "Overweight" zum Kauf. Ob das Kursziel von 115 Franken noch realistisch ist, bleibt eine andere Frage.

Erste Kurszielreduktionen treffen ein

Sein Berufskollege bei der Zürcher Kantonalbank gewinnt dem vorliegenden Zahlenkranz vorwiegend positive Aspekte ab. Wie er schreibt, will AMS die Investitionstätigkeit zudem früher als erwartet auf ein normalisiertes Niveau zurückfahren. Die Aktie bleibe unterbewertet und nehme sehr viel Negatives vorweg, so lautet sein Urteil. Der Analyst stuft die AMS-Aktie deshalb unverändert mit "Übergewichten" ein.

Zumindest die Bank Vontobel nimmt den vorliegenden Zahlenkranz und den Ausblick für das Schlussquartal zum Anlass, um das Kursziel für die Aktie auf 91 (zuvor 117) Franken zu reduzieren. Die Zürcher Bank streicht ihre zukünftigen Prognosen für den operativen Gewinn um bis zu 24 Prozent zusammen. Angesichts der anhaltend starken Projektaktivitäten im Geschäft mit optischen Sensoren hält die Bank Vontobel an ihrer Kaufempfehlung fest.

Die Bank Julius Bär bekräftigt ebenfalls die Kaufempfehlung, nimmt gleichzeitig aber das 95 Franken lautende Kursziel in negative Revision. Anlässlich der Analystenkonferenz vom Nachmittag rücke die nächstjährige Margenentwicklung ins Zentrum des Interesses, so heisst es.

Weitere Kurszielreduktionen dürften folgen (cash berichtete), liegt der Durchschnitt der von der Nachrichtenagentur AWP mitverfolgten Analysten doch bei knapp 107 Franken und damit substanziell über dem zuletzt bezahlten Kurs.

 

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