Die Titel von Ascom fallen am Donnerstag um 1,67 Prozent auf 5,90 Franken – einen Tag nachdem die Aktie auf 6,00 Franken und damit auf ein 21-Monats-Hoch geklettert war. Trotz des Rücksetzers bleibt die Bilanz beeindruckend: Seit Jahresbeginn liegt die Aktie 57 Prozent im Plus, auf Jahressicht hat sie sich mit einem Zuwachs von 93 Prozent fast verdoppelt.
Der Kursrückgang dürfte mit Gewinnmitnahmen zusammenhängen. Denn in knapp einer Woche hält Ascom die Generalversammlung ab. Vor solchen Terminen verkaufen Anleger ihre Titel häufig, um aufgelaufene Kursgewinne zu realisieren oder den Dividendenabschlag zu umgehen, der nach der GV den Kurs typischerweise drückt.
Der jüngste Börsenhöhenflug der Aktie geht auf die provisorischen Jahreszahlen vom Januar zurück. Damals kündigte Ascom an, den Gewinn im Geschäftsjahr 2025 mehr als vervierfacht zu haben, zusätzlich beflügelt durch operative Verbesserungen und einen «sehr grossen Auftrag» in Nordamerika. Innert zwölf Tagen zog der Kurs von 3,50 auf 5,45 Franken an.
Doch wer jetzt in Euphorie verfällt, sollte allerdings die historische Perspektive nicht vergessen: Im Frühling 2000 erreichten die Ascom-Aktien ein Allzeithoch von 105,26 Franken, um danach innert drei Jahren auf ein Allzeittief von 2 Franken zu fallen. Ausgelöst durch das Platzen der Dotcom-Blase und hausgemachte operative Probleme, verlor der damals sogenannte «Gemischtwarenladen» Ascom massiv an Wert.
Vom Allzeithoch ist die Aktie also noch weit entfernt. Die Analysten bleiben dennoch vorsichtig optimistisch: Ein Experte empfiehlt die Aktie zum Kauf, zwei votieren für Halten, kein Analyst rät zum Verkauf.
(cash)
