Die Aktien von Lonza notieren am Donnerstag bei 475 Franken - dem tiefsten Stand seit April 2025, als der Zollschock auch die Valoren des Pharmazulieferers erfasst hatte. Der Abstand zum Zwischenhoch, das Anfang Mai 2025 bei knapp 600 Franken erreicht wurde, beträgt gut 20 Prozent.

Nicht besser liefen die Valoren des Augenheilspezialisten Alcon. Sie kosten zurzeit 59,40 Franken je Stück und bewegen sich damit klar unterhalb des Wertes, den sie nach der US-Zollankündigung vor einem Jahr mit 70 Franken hatten. Entsprechend gross - 26 Prozent - ist der Abstand zum daraufhin folgenden Zwischenhoch von 81,20 Franken per Anfang Mai 2025.

Die Kursentwicklung der beiden Titel des Swiss Market Index (SMI) passt ins Bild, das der europäische Medtech- und Life-Science-Sektor im Urteil der Deutschen Bank (DB) jüngst abgegeben hat. Wie sie es erwartet hatten, habe sich die Berichtssaison zum vierten Quartal beziehungsweise zum Gesamtjahr 2025 als schwierig für den Sektor erwiesen, der erneut hinter dem Gesamtmarkt zurückgeblieben sei, schreiben die Experten der DB in einer vor wenigen Tagen erschienen Notiz.

Als positiv werten die Analysten, dass die meisten Managementteams offenbar aus der Vergangenheit gelernt und vorsichtigere Prognosen für das Jahr 2026 abgegeben haben. Wegen der angepassten Erwartungen sowie aufgrund gesunkener Bewertungskennzahlen ergeben sich nun «attraktive Einstiegspunkte für ausgewählte, qualitativ hochwertige Titel», heisst es weiter.

Insbesondere: Lonza und Alcon befinden sich unter den DB-Favoriten aus dem Medtech- und Life-Science-Sektor - neben Fresenius und Ottobeck.

Lonza werde die starke operative Performance des Jahres 2025 voraussichtlich auch im Jahr 2026 fortsetzen. Der Pharmaauftragsfertiger aus Basel profitiere von robusten Endmärkten, die weitgehend unbeeinflusst seien von geopolitischen Risiken sowie Zöllen. Und trotz dieser Ausgangslage, einer soliden Bilanz sowie sich verbessernder Cash Flows weise die Aktie ein KGV von nur 24 auf (KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis). Das sei weniger als die historische Spanne von 25 bis 38 und spreche für den Kauf der Aktie.

Alcon wird nach Einschätzung der Experten des deutschen Geldhauses 2026 ein beschleunigtes Wachstum sowie Margenverbesserungen erzielen - dank dem Start neuer und vielversprechender Produkte, so die Begründung. Zudem liege das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21 unter den Erfahrungswerten, die sich in der Spanne zwischen 23 und 30 bewegten. Die Aktie ist also ebenfalls relativ günstig und bietet insofern gleichfalls eine Kaufgelegenheit, wie die DB-Analysten sagen.

Die Kaufempfehlungen für Lonza und Alcon der Deutschen Bank entsprechen dem Konsens. Die grosse Mehrheit der von der Nachrichtenagentur AWP erfassten Experten stuft den Pharmaauftragsfertiger sowie den Augenheilspezialisten mit «Kaufen» ein.

Reto Zanettin
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