Die staatliche Kuwait Petroleum Corporation (KPC) habe die Rohölproduktion und die Raffineriedurchleitung reduziert, wie aus einer Händlernotiz vom Samstag hervorgeht, die der Nachrichtenagentur vorlag. Als Gründe wurden explizite Drohungen des Iran gegen die Schifffahrt in der Strasse von Hormus sowie anhaltende iranische Angriffe auf Kuwait genant.
Die Entwicklung könnte die Energie-Preise weiter in die Höhe treiben. Schon in den vergangen Tagen hatte sich zum Beispiel Rohöl schrittweise drastisch verteuert. Die Sorte Brent etwa hatte Ende Februar unmittelbar vor Beginn des Krieges noch rund 73 Dollar pro Fass (je 159 Liter) gekostet, am Freitag waren es knapp 93 Dollar.
In dem Schreiben blieb offen, wie stark die Förderung gekürzt wurde. Im Februar hatte Kuwait noch rund 2,6 Millionen Fass pro Tag produziert. Die Massnahme sei vorsorglich und werde laufend überprüft, hiess es. KPC sei bereit, die Produktion wieder hochzufahren, sobald die Bedingungen dies zuliessen. Einen Verweis auf «Höhere Gewalt» gibt es oft aus rechtlichen Gründen, damit ein Unternehmen zum Beispiel nicht haftbar gemacht werden kann, wenn es seine Lieferverpflichtungen nicht einhält.
Kuwait folgt damit dem Irak und Katar, die ihre Produktion und Gaslieferungen ebenfalls zurückgefahren haben. Der Krieg blockiert seit rund einer Woche die Strasse von Hormus, die wichtigste Wasserstrasse für den Öl-Transport der Welt. Durch sie gehen rund 20 Prozent des globalen Öl- und Flüssiggas-Angebots (LNG). Experten rechnen damit, dass auch die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien ihre Förderung bald drosseln müssen, da ihre Lagerkapazitäten zur Neige gehen.

