Die höheren US-Importzölle und der Preiskrieg in China sorgten weiter für ein schwieriges Umfeld, erklärte Audi-Finanzchef Jürgen Rittersberger am Dienstag. «Fest steht, die Rahmenbedingungen werden auch 2026 nicht einfacher.» Die von Audi geführte Markengruppe «Progressive» des VW-Konzerns, zu der auch Bentley, Lamborghini und Ducati gehören, verbuchte im vergangenen Jahr einen Rückgang des operativen Gewinns um fast 14 Prozent auf 3,37 Milliarden Euro.
Insgesamt verdoppelte sich jedoch das Finanzergebnis auf 2,2 Milliarden Euro. Der Grossteil davon geht auf die Ausgleichszahlung zurück, die der Finanzchef mit einem hohen dreistelligen Millionenbetrag bezifferte. Die Rendite sank um rund einen Prozentpunkt auf 5,1 Prozent. In diesem Jahr soll sie auf sechs bis acht Prozent zulegen, auch dank weiterer Einsparungen.
Die US-Zölle hätten Audi 1,2 Milliarden Euro oder zwei Prozentpunkte bei der Marge gekostet. Im laufenden Jahr werde der Zolleffekt ähnlich hoch sein, weil die Einfuhrabgabe kaum über die Preise an die Kunden in den USA weiterzugeben sei, erklärte der Finanzchef. Audi wird von dem auf 15 Prozent erhöhten US-Zoll hart getroffen, weil der Autobauer keine eigene Produktion in den USA hat. Schon länger wird im VW-Konzern diskutiert, ein Audi-Werk in den Vereinigten Staaten zu bauen. Audi-Chef Döllner sagte, eine Entscheidung solle jetzt in diesem Jahr fallen. VW-Konzernchef Oliver Blume sagte kürzlich, Bedingung dafür sei im Gegenzug aber eine Erleichterung bei den Zöllen seitens der US-Regierung.
Für 2026 erwartet Audi für die Markengruppe einen Umsatz von 63 bis 68 Milliarden Euro (Vorjahr: 65,5 Milliarden Euro). Der Absatz wird mit 1,65 bis 1,75 Millionen Fahrzeugen kaum über Vorjahr erwartet. Bei der Marke Audi bröckelte die Rendite 2025 um einen halben Prozentpunkt ab auf 3,9 Prozent, das Betriebsergebnis sackte um knapp 13 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Erst langfristig sei eine zweistellige Rendite zu erwarten, sagte Audi-Chef Gernot Döllner.
Der im vergangenen Jahr beschlossene Personalabbau werde wie geplant umgesetzt, erklärte Audi. Insgesamt fallen bis 2029 in Deutschland 7500 Stellen ohne betriebsbedingte Kündigungen weg. Vom ersten Etappenziel - 6000 Arbeitsplätze bis 2027 - seien 65 Prozent vollzogen oder verbindlich vereinbart.
(Reuters/AWP)

