Das aktuelle konjunkturelle Umfeld spricht gemäss Bantleon bei europäischen Aktien für eine zyklische Positionierung. Der Vermögensverwalter übergewichtet dabei Industrie- und Finanzwerte sowie in kleinerem Umfang Immobilienwerte, während Basiskonsumgüter stark untergewichtet bleiben.
Treiber für diese Positionierung seien das deutsche Reformpaket, der Hochlauf der Infrastruktur- und Verteidigungsausgaben sowie verbesserte Frühindikatoren. Dies begünstige eine Rotation weg von hoch bewerteten Wachstumswerten hin zu konjunktursensiblen Unternehmen, wie Roger Bergande, Leiter Portfoliomanagement Aktien von Bantleon, in einer Kundennotiz vom Mittwoch festhält. Um klassische Value-Fallen zu vermeiden, fokussiert der Experte von Bantleon auf Qualität, nachhaltiges Wachstum und ein unterstützendes Kursmomentum.
Die höchste Gewichtung liegt im Industriesektor. Rückenwind komme durch den Ausbau industrieller Kapazitäten, die Modernisierung der Infrastruktur sowie steigende Investitionen in Verteidigung und Automatisierung. Dabei stünden Titel im Luftfahrtbereich im Mittelpunkt, die von der Erholung des Reiseverkehrs, steigenden Wartungsvolumina und hohen Markteintrittsbarrieren profitieren, meint der Leiter Portfoliomanagement Aktien von Bantleon.
Exemplarisch für diese Kombination aus Qualität und Ertragspotenzial seien die Valoren von Aena, des weltweit grössten Flughafenbetreibers nach Passagierzahlen. Entsprechend sei das spanische Unternehmen in der Lage, stabile Cashflows zu erwirtschaften. Ebenfalls positiv eingestellt ist der Portfoliomanager von Bantleon gegenüber Ryanair wegen des Wachstums bei attraktiver Bewertung sowie MTU Aero Engines wegen des rekordhohen Auftragsbestandes.
Finanzwerte bilden in den Aktienportfolios von Bantleon weiterhin die zweitgrösste Übergewichtung. Dies, weil Banken und Versicherer weiterhin solide Erträge erzielen und durch robuste Kapitalquoten, umfangreiche Kapitalrückführungen und eine anhaltend attraktive Bewertung überzeugen.
Auf Einzeltitelebene bevorzugt der Bantleon-Experte Unternehmen mit hoher Kapitalrendite, solider Bilanzqualität und attraktiver Bewertung. Einerseits zählt Hannover Rück zu den qualitativ führenden Rückversicherern Europas und wartet mit einer robusten Ertragsentwicklung auf. Die Bank Intesa Sanpaolo aus Italien verbinde eine hohe Profitabilität mit einer aktionärsfreundlichen Ausschüttungspolitik und attraktivem Momentum.
Unipol weist andererseits ein dynamisches Gewinnwachstum auf und eine weiterhin moderate Bewertung. Zusammen repräsentierten die drei Titel unterschiedliche Geschäftsmodelle innerhalb des Finanzsektors und böten damit sowohl Diversifikation als auch attraktive fundamentale Eigenschaften, wie der Portfoliomanager Bergande weiter ausführte.
Nach mehreren Jahren steigender Finanzierungskosten mehren sich zudem die Anzeichen einer Stabilisierung im Immobilienbereich, so Bantleon. Der Sektor gehöre weiterhin zu den günstigeren Bereichen des europäischen Aktienmarktes und biete im Fall einer fortgesetzten Normalisierung des Finanzierungsumfelds überdurchschnittliches Erholungspotenzial. Da bei den langfristigen Renditen mittelfristig jedoch weiterhin eher von einem moderaten Anstieg als von einer deutlichen Entlastung auszugehen sei, bleibe die Positionierung bewusst zurückhaltend.
Das französische Immobilienunternehmen Klépierre kann auf einer hohen Vermietungsquote, stetig steigenden Mieterträgen und einer attraktiven Ausschüttung aufbauen, erläutert der Experte des Vermögensverwalters aus Zürich.
Die britische Land Securities wiederum profitiere von einer erfolgreichen Neupositionierung des Portfolios, einer verbesserten operativen Entwicklung sowie einer überdurchschnittlichen Dividendenrendite. «Beide Unternehmen stehen exemplarisch für die selektiven Chancen, die wir trotz des weiterhin anspruchsvollen Zinsumfelds im europäischen Immobiliensektor sehen», meint der Experte Bergande von Bantleon abschliessend.

