Walt Disney ist aus seinem erbitterten Machtkampf mit zwei Hedgefonds als Sieger hervorgegangen. Bei der Hauptversammlung am Mittwoch stellten sich die Aktionäre des US-Unterhaltungskonzerns hinter das Management um Konzernchef Bob Iger und wählte alle zwölf Mitglieder des Verwaltungsrats (Board of Directors) wieder. Damit endete ein wochenlanger und millionenteuerer Streit mit dem Trian Fund des Investors Nelson Peltz und Blackwells Capital. Sie hatten geltend gemacht, der Traditionskonzern mit der Maus habe den kreativen Geist verloren und nutze neue Technologien nicht ausreichend. .

Der sogenannte Proxy Fight war mit ungewöhnlicher Härte geführt worden und umfasste auch persönliche Angriffe. Der 72-jährige Bob Iger sicherte sich nicht nur die Unterstützung des norwegischen Staatsfonds, des Vermögensverwalters T. Rowe Price und der Fondsgesellschaft Blackrock, wie Reuters berichtet hatte. Ihm stellten sich auch öffentlich «Star Wars»-Schöpfer George Lucas, Mitglieder der Disney-Familie und der JPMorgan-Chase-Chef Jamie Dimon zur Seite. «Jetzt, wo wir die Ablenkung durch den Proxy-Wettbewerb hinter uns lassen können, können wir uns zu 100 Prozent auf unsere wichtigsten Prioritäten konzentrieren», erklärte Iger. Dies seien «Wachstum und Wertschöpfung für unsere Aktionäre und kreative Spitzenleistungen für unsere Kunden».

Iger war im Herbst 2022 aus dem Ruhestand zurückgeholt worden, um das Ruder bei Disney erneut zu übernehmen. Er hat einiges getan, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen. So kündigte er einen Streamingdienst des Sportsenders ESPN für 2025 an und erwarb eine Beteiligung an dem «Fortnite»-Spieleentwickler Epic Games. Iger soll seinen Posten 2026 wieder abgeben. Seit Beginn des Jahres haben Disney-Aktien 33 Prozent an Wert gewonnen. Nach der Entscheidung am Mittwoch lagen sie im Verlauf knapp zwei Prozent im Minus. 

(Reuters)