Die Titel von Chevron legten zur Eröffnung um 5,1 Prozent zu, Exxon Mobil stiegen um 2,3 Prozent und ConocoPhillips um 5,9 Prozent. Die Aktien der Öldienstleister SLB und Halliburton, deren Technologie für den Wiederaufbau der Förderung entscheidend wäre, gewannen 7,7 beziehungsweise 7,6 Prozent.
Nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro durch US-Spezialkräfte hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, die USA benötigten «totalen Zugang» zu den Ölreserven Venezuelas. Dies nährte Spekulationen, dass Washington die Beschränkungen für venezolanische Rohölexporte lockern könnte.
Die Analysten von JP Morgan sind der Ansicht, die kombinierten Ölreserven aus Venezuela, Guyana und den USA könnten den Vereinigten Staaten etwa 30 Prozent der weltweiten Ölreserven sichern, wenn sie unter ihrem Einfluss konsolidiert würden. Die Rohölpreise machten anfängliche Verluste zum Wochenauftakt wieder wett und zogen leicht an.
Den Analysten von Scotiabank zufolge könnte auf kurze Sicht der Energiekonzern ConocoPhillips der grösste Nutzniesser sein. Sollte es zu einer Machtübergabe an einen pro-westlichen Kandidaten kommen, könnte das Unternehmen bis zu zehn Milliarden Dollar für frühere Forderungen erhalten und sich wieder zwei Projekten anschliessen. Der US-Ölkonzern Chevron werde zwar keine hohen Einmalzahlungen erhalten, konstatierten die Experten weiter. Sein Status als einziges derzeit im Land tätiges US-Unternehmen könnte Chevron jedoch einen Vorsprung verschaffen.
Die politische Lage in dem südamerikanischen Land bleibt jedoch unklar. Der Oberste Gerichtshof Venezuelas hat Vizepräsidentin Delcy Rodriguez vorübergehend die Amtsgeschäfte übertragen. Trump hatte erklärt, die USA würden «Venezuela führen», bis es einen Übergang gebe. Aussenminister Marco Rubio sprach von einer «Öl-Quarantäne», um Druck auszuüben. Analysten warnten jedoch, dass eine nennenswerte Erholung der Ölindustrie angesichts der politischen Unsicherheit und der maroden Infrastruktur wahrscheinlich Zeit brauchen werde.
