Backwarenhersteller - Nach Entscheid gegen Elliott-Angebot: Wie nun weiter bei Aryzta?

Der Verwaltungsrat von Aryzta zeigt dem US-Finanzinvestor Elliott die kalte Schulter. Wie geht es beim Backwarenhersteller nun weiter? Zwei Banken, zwei unterschiedliche Meinungen.
21.12.2020 15:56
Von Lorenz Burkhalter
Paul Singer am WEF in Davos, 2013.
Paul Singer am WEF in Davos, 2013.
Bild: WEF/Remy Steinegger

Der Finanzinvestor Elliott beisst bei Aryzta auf Granit. Am späten Freitagabend sprach sich der Verwaltungsrat des Backwarenherstellers einstimmig gegen das 80 Rappen je Aktie schwere Übernahmeangebot und damit für einen strategischen Alleingang aus.

Das setzt der Aryzta-Aktie zu. Diese verliert zur Stunde gut 6 Prozent auf 65 Rappen. Die Tagestiefstkurse liegen gar in der Nähe von 63,5 Rappen.

Alleingang kein leichter Weg

Allerdings sei nicht völlig auszuschliessen, dass Elliott die Übernahmeofferte nachbessert. Dazu müssten die Amerikaner womöglich aber tief in die Tasche greifen. Wie die Zürcher Kantonalbank letzte Woche schrieb, hätte wohl nur ein Angebot in Höhe von einem Franken oder mehr je Aktie Erfolg. Die Zürcher Bank stuft die Aktie wie bis anhin mit "Übergewichten" ein. Sie rechnet auf einen Anlagehorizont von zwei Jahren mit Kursen von bis zu 1,33 Franken, sollte dem Backwarenhersteller der Turnaround gelingen. Die Zürcher Kantonalbank geht von folgenden Wahrscheinlichkeiten aus: Rückzug des Übernahmeversuchs 65 Prozent, Erhöhung des Angebots 25 Prozent und feindlicher Übernahmeversuch 10 Prozent.

Bei Kepler Cheuvreux weist man darauf hin, dass die Elliott-Offerte rein technisch betrachtet zwar abgelaufen ist. Noch hätten sie die Amerikaner jedoch nicht offiziell zurückgezogen. Kepler Cheuvreux ist um einiges zurückhaltender, was den Turnaround anbetrifft. Aryzta stehe ein langer und schwieriger Weg bevor, so ist man sich spätestens nach dem Teilverkauf des Grossaktionärs Veraison sicher. Das Anlageurteil lautet deshalb "Reduce" mit einem Kursziel von 60 Rappen.

Kurs der Aktie noch immer unter dem Stand von Anfang Januar

Erst vergangene Woche war bekannt geworden, dass Veraison seine Beteiligung auf 4,46 (zuvor 9,81) Prozent reduziert hat (cash berichtete). Man wolle nicht auf eine Übernahme durch Elliott spekulieren, so lautete mitunter die Begründung.

Für den für seine aktive Einflussnahme bei Unternehmen berüchtigten Vermögensverwalter dürfte sich die Beteiligungsnahme ausbezahlt haben. Denn obwohl die Aryzta-Aktie noch immer um gut 30 Prozent unter dem Stand von Anfang Januar notiert, hat sich der Börsenwert des Backwarenherstellers seit dem Einstieg Veraisons im Mai dieses Jahres in etwa verdoppelt.