Bally leidet unter der Krise im Luxussegment! Der traditionsreiche Schuhproduzent stellt seine Produktion in der Schweiz ein – nach 175 Jahren. Bereits in den kommenden Wochen sollen die verbleibenden 27 Produktionsmitarbeitenden in Caslano TI entlassen werden. Die Kündigung haben sie bereits erhalten. Damit geht eine Ära zu Ende. Bally produziert künftig nur noch in Italien, Portugal und Spanien sowie in China.
Das Schweizer Unternehmen setzt auch bei den Läden den Rotstift an. Die vier Stores in Luzern, Basel, Lugano und Lausanne werden geschlossen. Das Geschäft am Grendel in Luzern ist bereits geräumt, die Schaufenster sind leer. Vier Angestellte haben die Kündigung erhalten. In Basel haben ebenfalls alle Bally-Angestellten den blauen Brief erhalten. Blick weiss zudem: Auch die noble Filiale an der Einkaufsmeile Rue du Rhône in Genf ist Geschichte.
Wie es mit den verbleibenden Filialen – etwa jener an der Bahnhofstrasse in Zürich – weitergeht, ist unklar. Bally hat eine Anfrage von Blick nicht beantwortet.
Bally hatte einst 7000 Angestellte
Bally ist eine der traditionsreichsten Firmen der Schweiz, sie wurde 1851 im Kanton Solothurn von Carl Franz Bally und seinem Bruder Fritz gegründet. Anfang des 20. Jahrhunderts arbeiteten 7000 Menschen für die Firma. Es gab Filialen und Fabriken von Buenos Aires bis New York. Doch diese glanzvollen Zeiten sind längst vorbei.
Die Schweizer Luxusschuhmarke kämpft bereits seit längerem mit Problemen – und wurde in den letzten Jahren «herumgereicht wie eine heisse Kartoffel», wie die «Handelszeitung» schreibt. Zuletzt wechselten die Besitzer im Jahr 2024: Die deutsche Milliardärsfamilie Reimann verkaufte die Marke an die amerikanische Beteiligungsgesellschaft Regent.
Zuvor hatte neben der Familie Bally unter anderem der Schweizer Finanzspekulant Werner K. Rey (82) den Schuhhersteller besessen. Auch der Rüstungskonzern Oerlikon-Bührle und die amerikanische Private-Equity-Gesellschaft TPG waren einst Bally-Besitzer. 2018 geriet das Unternehmen fast in chinesische Hände. Der Deal platzte jedoch kurz vor dem Abschluss.
Dieser Artikel erschien zuerst bei Blick.ch.

