Der Verwaltungsrat habe sich organisiert, um «die Lage unabhängig zu ‌beobachten», teilte das Geldhaus am Mittwochabend mit. ‌Zudem habe die Bank ​die «notwendigen Massnahmen zum Schutz der Interessen ihrer Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre» ergriffen. Ariane de Rothschild habe sich in dieser Woche an Kunden und Mitarbeiter gewandt, um sie von der Stärke ‌der Gruppe zu überzeugen. Das Institut verzeichnete nach eigenen Angaben im Jahr 2026 Nettozuflüsse von mehr als fünf Milliarden ​Franken, die seit Januar «besonders stark» geblieben seien.

Hintergrund sind ​im vergangenen Monat veröffentlichte Akten des ​US-Justizministeriums. Diesen zufolge unterhielt de Rothschild eine jahrelange persönliche Korrespondenz mit ‌Epstein vor dessen Verhaftung im Jahr 2019. Nach der Veröffentlichung hatte die Bank mitgeteilt, Epstein sei von 2013 bis 2019 ​ein Geschäftspartner ​von de Rothschild ⁠gewesen. Sie habe keine Kenntnis von Epsteins ​Verhalten gehabt und ⁠verurteile seine Verbrechen unmissverständlich. De Rothschild, die 1999 in ‌eine der berühmtesten Bankiersdynastien Europas einheiratete, ist seit 2023 Chefin der Genfer Bank. Das Institut verwaltet ein Vermögen ‌von 184 Milliarden Franken.

(Reuters)