Die Aktien von Swatch legen am Dienstagmorgen 1,67 Prozent zu auf 182,30 Franken und egalisieren damit das 14-Monats-Hoch, das sie am vergangenen Freitag nach Publikation der Jahresergebnisse erreicht hatten. Gleichzeitig notiert der Gesamtmarkt gemessen am SPI kurz nach Börseneröffnung 0,52 Prozent höher bei 18'592 Punkten.
Rückenwind erhält die Aktie von der Bank of America, die ihr Rating für die Swatch Group auf «Neutral» von zuvor «Underperform» anhebt und das Kursziel deutlich auf 200 von 150 Franken erhöht – ein Aufwärtspotenzial von fast 10 Prozent zum aktuellen Kurs. Laut dem zuständigen Analysten dürfte der Markt die Talsohle durchschritten haben.
Ebenso hat der Uhrenkonzern einen ersten Vorschlag für den Verwaltungsrat präsentiert. Die Aktionäre sollen Andreas Rickenbacher bei der nächsten Generalversammlung vom 12. Mai 2026 in das Gremium wählen. Die Gruppe hatte Anfang Dezember angekündigt, den Generationenwechsel vorzubereiten.
Nachhaltige Erholung steht noch aus
Bereits am Vortag passten vier Finanzhäuser ihre Einstufungen an. CFRA erhöht das Rating auf «Hold» von «Sell» und hebt das Kursziel auf 190 von 150 Franken an. Eine erwartete Erholung der Erträge stütze die Neubewertung, der Umsatz dürfte sich nach zwei Jahren Rückgang stabilisieren, so die Begründung.
Vorsichtiger zeigen sich andere Häuser: Berenberg erhöht das Kursziel auf 115 von 100 Franken bei unverändertem «Sell»-Rating. Die Prognose des Managements für 2026 sei mit Vorsicht zu geniessen. Kepler Cheuvreux hebt das Kursziel auf 165 von 150 Franken an, belässt die Einstufung aber bei «Reduce». Und die Bank Vontobel erhöht auf 160 von 140 Franken bei «Hold».
Der starke Kursanstieg der Aktie nach den Jahreszahlen dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass Swatch in den vergangenen drei Jahren kumuliert rund 330 Millionen Franken an Free Cashflow verbrannt habe, schreibt Analyst Jean-Philippe Bertschy. Für eine nachhaltige Erholung des Aktienkurses brauche es eine Normalisierung der Absatzvolumen, höhere industrielle Effizienz, eine verbesserter Produkte-Mix sowie eine deutlich stärkere Cashflow-Generierung, so der Experte.
Optimistischer Ausblick für 2026
Die positiven Analystensignale folgen auf den optimistischen Ausblick von Swatch-Chef Nick Hayek. Er rechne für 2026 mit einer positiven Umsatz- und Volumenentwicklung und einer klar verbesserten Profitabilität. Optimistisch stimme ihn die Markterholung in China – im Schlussquartal 2025 sei die Region in Lokalwährung wieder zu Wachstum zurückgekehrt. Wachstumsmotor war die Region Nordamerika mit einem währungsbereinigten Umsatzplus von beinahe 20 Prozent.
Insgesamt schrumpfte der Gruppenumsatz 2025 jedoch um 6 Prozent auf 6,3 Milliarden Franken. Eine gewichtige Belastung war der starke Schweizer Franken, der die Verkäufe um 308 Millionen Franken schmälerte.
Trotz der jüngsten Kurszielerhöhungen bleibt die grosse Mehrheit der Analysten vorsichtig. Von den bei Bloomberg gelisteten Analysten vergeben lediglich vier eine Kaufempfehlung, acht raten zum Halten. Dem gegenüber stehen 13 Verkaufsempfehlungen mit einem durchschnittlichen Kursziel von 151,98 Franken.
(cash)
