Anleger sollten laut Bank of America (BofA) bei US-Aktien vorsichtiger werden. Die Strategen um Savita Subramanian sehen zunehmend Anzeichen eines drohenden Bärenmarktes. Angesichts «zu vieler Warnzeichen» lautet ihre Empfehlung: «Gewinne mitnehmen.»
Zuletzt seien rund 70 Prozent ihrer Signale für einen Bärenmarkt ausgelöst worden, was dem Durchschnitt früherer Marktspitzen entspreche. Das New Yorker Börsenbarometer S&P 500 sei «bei 17 von 20 Kennzahlen statistisch teuer», erklärte die BofA-Strategin Savita Subramanian in einer Kundennotiz. Es werde «bei acht Kennzahlen höher bewertet als während der Technologieblase».
Zu den Indikatoren zählen Daten zum Verbrauchervertrauen, Wachstumserwartungen, Kennzahlen für Fusionen und Übernahmen sowie Kreditstress. Hinzu kommen Indikatoren für verschärfte Finanzierungsbedingungen wie die Senior Loan Officer Opinion Survey (SLOOS) der US-Notenbank Federal Reserve. Die im Mai veröffentlichte Umfrage zeigte, dass die Verbrauchernachfrage weiter nachlässt.
Zudem entwickelten sich Aktien mit hohen Kurs-Gewinn-Verhältnissen deutlich besser als Titel mit niedrigen Bewertungskennzahlen, was laut den Strategen ein «Zeichen übermässiger Spekulation» ist.
Innerhalb des Technologiesektors war die Differenz zwischen den besten und schlechtesten 20 Prozent der Aktien so gross wie seit Februar 2000 nicht mehr, sagte Subramanian. Die starke Entwicklung des S&P 500 habe zudem «interne Spannungen verdeckt». So stieg der Abstand zwischen den Renditen der besten und schlechtesten 10 Prozent der Indexmitglieder in den vergangenen drei Monaten auf den höchsten Stand seit der Zeit nach der Covid-Pandemie. Dabei verwies sie auf Daten von 1986 bis Mai.
Einige Fundamentaldaten von Technologieaktien seien weiterhin solide, darunter Verschuldung, Bewertung und Kapitalintensität. Die meisten Kennzahlen hätten sich jedoch seit einer Analyse der Bank of America im November verschlechtert.
Besonders auffällig sei, dass «die Umwandlung von Cashflow stagniert, das Angebot an Investment-Grade-Anleihen und Aktien gestiegen ist, Aktienrückkäufe gemessen an der Marktkapitalisierung nachgelassen haben und die Investitionsausgaben der Hyperscaler im Verhältnis zum operativen Cashflow bis Jahresende voraussichtlich fast 100 Prozent erreichen werden, nach 40 Prozent im Jahr 2023», sagte Subramanian.
«Extreme Kursbewegungen könnten auf zunehmende Instabilität hindeuten», warnte sie. Ihr Jahresendziel für den S&P 500 liegt bei 7100 Punkten. Der Index schloss am Montag 0,3 Prozent höher bei rund 7406 Punkten. In der Sitzung vom 2. Juni hatte das US-Börsenbarometer zeitweise erstmals bei 7620,90 Zählern notiert.
(Bloomberg/cash)

