Im November hatte sie mit einer Erhöhung um 0,75 Prozentpunkte den größten Zinsschritt seit 33 Jahren vollzogen, um den massiven Preisauftrieb zu bändigen. Der aktuelle Zinsentscheid war intern umstritten: Der Beschluss für die Erhöhung um 50 Basispunkte fiel mit sechs zu drei Stimmen. Zugleich erklärten die Währungshüter, dass weitere Anhebungen im Kampf gegen die Inflation womöglich nötig würden.

Die Währungshüter in London folgen mit ihrer Zinserhöhung der US-Notenbank Fed, die am Mittwoch auch einen Schritt in Höhe von einem halben Prozentpunkt vollzogen hatte und damit ebenfalls ihr Tempo drosselte.

Die BoE steht unter Zugzwang, da die stark gestiegenen Lebenshaltungskosten auf der Insel zu sozialen Spannungen geführt haben, die sich inzwischen in Streikwellen entladen. Die Zentralbank befürchtet zudem, dass dem Vereinigten Königreich eine lange Rezession droht. Im Drei-Monatszeitraum von August bis Oktober ging die Wirtschaftsleistung bereits um 0,3 Prozent zurück. Und die zweistellige Inflationsrate ist dem Ziel der BoE von 2,0 Prozent weit enteilt. Im November schwächte sich der Preisauftrieb jedoch etwas ab - auf 10,7 Prozent von 11,1 Prozent im Oktober - dies war der höchste Stand seit 1981.

(Reuters)