Die Bank Vontobel stufte am Dienstag die Aktie von Zurich Insurance von «Halten» auf «Kaufen» hoch. Grund: Der Markt unterschätze das Wertschöpfungspotenzial von Zurich aus der Beazley-Akquisition.

«Die erfolgreiche Bindung und Integration der Underwriting-Talente von Beazley in die Zurich-Plattform wird ein signifikantes Gewinnwachstum freisetzen», schreibt der zuständige Analyst. Das Kursziel wurde neu auf 655 Franken von 630 Franken erhöht.

Zurich hat die Übernahme des britischen Spezialversicherers Beazley Anfang Oktober vollzogen. Die Integration von Beazley wird laut Zurich bis 2029 ein zusätzliches Umsatzwachstum von über 1 Milliarde US-Dollar pro Jahr generieren. Ferner werden jährliche Kosteneinsparungen von insgesamt mindestens 150 Millionen sowie Kapitalsynergien in Form einer einmaligen Kapitalfreisetzung von mindestens 1 Milliarde Dollar innerhalb der ersten zwei Jahre erwartet.

Ein weiterer Aspekt, der laut Bank Vontobel für den Kauf der Zurich-Aktie spricht: Das Unternehmen biete eine attraktive Dividendenrendite von 5,6 Prozent, verglichen mit 2,9 Prozent des Swiss Performance Index. «Wir sehen Potenzial für beschleunigte Dividendenerhöhungen, sobald die Beazley-Integration bis 2029 abgeschlossen ist», schreibt die Bank Vontobel weiter.

Am Dienstag steigt die Zurich-Aktie im frühen Handel in einem positiven Gesamtmarkt um 1,5 Prozent auf 587,20 Franken. Sie hat in diesem Jahr 4 Prozent verloren. Auch Goldman Sachs stufte am Dienstag die Zurich-Aktie hoch, und zwar auf «Kaufen» von zuvor «Halten».

Swiss Re neu nur noch «Neutral»

Demgegenüber stufte die Bank Vontobel die Aktie von Swiss Re von «Kaufen» auf «Halten» herunter, das Kursziel wurde auf 145 Franken von zuvor 150 Franken festgesetzt. Einerseits habe die Aktie nach einer «sehr starken Rally» von 27 Prozent von ihren Tiefstständen im Juni schon gut performt, schreibt der Vontobel-Analyst.

«Das Management um CEO Andreas Berger hat hervorragende Arbeit geleistet, um Swiss Re zu einem widerstandsfähigeren Unternehmen zu machen», hält der Analyst weiter fest. Ein gutes Beispiel für Widerstandsfähigkeit seien die letzten vier Jahre gewesen, in denen Swiss Re ihre Annahmen für Schadenrückstellungen um durchschnittlich 10 Prozent pro Jahr erhöhte, während die Inflation im Durchschnitt um 3 Prozent stieg.

Dies sei nun aber im Aktienkurs widergespiegelt, so Vontobel. Dazu werde das anspruchsvolle Preissetzungsumfeld bei der Schaden- und Unfall-Rückversicherung die Profitabilität belasten. Infolgedessen dürften die Margen unter Druck geraten. Dazu sei eine Dividendenrendite von 4,9 Prozent im Sektor «kein Ausreisser mehr».

Die Aktie von Swiss Re steigt am Dienstag nach Handelseröffnung um 0,9 Prozent auf 146,20 Franken. Der Titel hat in diesem Jahr 9 Prozent gewonnen.

Auch einem Konkurrenten von Swiss Re ging es am Dienstag nicht besser. Die italienische Mediobanca stufte die Aktie von Munich Re auf «Underperform» von zuvor «Neutral» herab.

Daniel Hügli
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