Banken setzen wieder auf Immobilienaktien

Bis vor wenigen Wochen machten Anleger einen grossen Bogen um die Aktien von Schweizer Immobilienaktiengesellschaften. Neuerdings setzen gleich zwei Banken selektiv wieder auf steigende Kurse.
30.01.2014 07:36
Von Lorenz Burkhalter
Immobilienaktien stehen wieder vermehrt in der Gunst der Anleger.
Immobilienaktien stehen wieder vermehrt in der Gunst der Anleger.
Bild: ZVG

Die Vertreter der Schweizerischen Nationalbank lassen keine Gelegenheit aus, vor einer Überhitzung des hiesigen Immobilienmarktes zu warnen. Vor ziemlich genau einer Woche erhielten sie vom Bundesrat den Auftrag, den Exzessen mit einer Verdoppelung des so genannten antizyklischen Kapitalpuffers entgegenzuwirken. Sie verpflichtet die Banken, Hypotheken über die vorgeschriebenen Reserven hinaus mit zusätzlichen Eigenmitteln zu unterlegen.

Entgegen anders lautender Erwartungen blieben bei den Aktien von Schweizer Immobilienaktiengesellschaften grössere Rückschläge aus. Möglicherweise deshalb, weil dieses Marktsegment schon während Wochen zuvor von den Anlegern gemieden wurde.

Auf im Kurs zurückgebliebene Aktien setzen

Damit scheint nun allerdings Schluss: In einer Studie zum europäischen Immobiliensektor macht die UBS Investmentbank unter Einbezug der Dividenden über die kommenden 12 Monate ein Aufwärtspotenzial von 10 Prozent aus. Die verantwortlichen Analysten setzen dabei auf die Aktien von im Kurs zurückgebliebenen Gesellschaften.

Die Grossbank stuft die Aktie von Allreal deshalb mit einem Kursziel von neu 135 (130) Franken von «Neutral» auf «Buy» hoch, obschon sie sich in Bezug auf den Schweizer Immobiliensektor weiterhin eher vorsichtig gibt.

Ähnlich tönt es bei der Berenberg Bank. Sie hält die Vorbehalte in Bezug auf die Situation am Schweizer Immobilienmarkt für übertrieben und stuft die Aktie von PSP Swiss Property von «Hold» auf «Buy». Nach einer Abwärtsrevision der Gewinnschätzungen um bis zu 6,9 Prozent lautet das Kursziel neu 86 (90) Franken.

Die Gesellschaft verfüge über sehr gesunde Finanzen. Ausserdem sei ihre solide Geschäftsentwicklung in Vergessenheit geraten. Zwar seien die Leerstände für Geschäftsimmobilien in der schweizweit wichtigsten Region Zürich seit 2009 von 3 auf 6 Prozent gestiegen, so der Analyst. Das nicht zuletzt aufgrund der regen Bautätigkeit, welche noch in diesem Jahr die Höchststände durchschreiten werde. Allerdings habe PSP Swiss Property dank der guten Qualität des Liegenschaftenportfolios die fällig werdenden Mietverträge weitestgehend verlängern können. Der Analyst sieht bei dieser Aktie noch immer günstige Einstiegsgelegenheiten.

Kenner der Situation schliessen nicht aus, dass die beiden Empfehlungen von Berenberg Bank und UBS bei anderen Banken Nachahmer finden könnten. Auch wenn der Schweizerischen Nationalbank das vermutlich nicht gefallen wird.