Lindt & Sprüngli ist der Auftakt ins Börsenjahr wenig geglückt. Seit Jahresbeginn haben die Namenaktien 2,41 Prozent nachgegeben. Und am Freitag geht es weiter bergab. Kurz nach Börseneröffnung fallen die Valoren des Schokoladenfabrikanten aus Kilchberg ZH zeitweise um 1,6 Prozent auf 111'800 Franken und damit auf ein Zehn-Monats-Tief.

Das letzte Mal notierten die Aktien Anfang April 2025 so tief, nachdem US-Präsident Donald Trump seinen Rundumschlag mit reziproken Zöllen bekannt gab.

Der Grund für den Dämpfer liefert die britische Investmentbank Barclays, die das Rating für die Namenaktien von Lindt & Sprüngli in einer Branchenstudie auf «Underweight» von «Overweight» senkte und das Kursziel auf 105'000 von zuvor 135'000 Franken reduzierte.

Zwar sei er weiterhin überzeugt vom Premium-Schokoladenmodell des Konzerns, sehe jedoch zunehmende Unsicherheit beim Tempo der Volumenerholung, schreibt der zuständige Analyst Warren Ackerman. Nach kräftigen Preiserhöhungen von mehr als 20 Prozent in der zweiten Jahreshälfte 2025 dürften dem Analysten zufolge die Preise im ersten Halbjahr 2026 nur langsam nachgeben, während die Absatzmengen weiterhin rückläufig bleiben könnten. Trotz Premiumpositionierung müsse Lindt zudem die Preisabstände zur Konkurrenz im Auge behalten, zumal einige Wettbewerber ihre Preise bereits senkten.

Belastend wertet der Analyst auch strukturelle Aspekte wie die schwindende Attraktivität von Schokolade in einem von Abnehmmedikamenten geprägten Umfeld.

Damit liegt der Barclays-Analyst deutlich unter dem Konsens seiner Kollegen. Laut Bloomberg vergeben die insgesamt 20 erfassten Analysten ein durchschnittliches Kursziel für die Namenaktien von Lindt & Sprüngli für die nächsten 12 Monate von 121'751 Franken. Davon vergeben fünf eine Kaufempfehlung, neun raten zum Halten und sechs zum Verkauf.

(cash)