Barry Callebaut litt unter einer weltweit gedämpften Lust auf Schoggi angesichts hoher Preise. Hinzu kam eine Werkpanne in Kanada. Das Verkaufsvolumen ging in der Periode von September bis November 2025 um satte 9,9 Prozent zurück, wie der weltgrösste Schokoladenkonzern am Mittwoch mitteilte. Im wichtigen Bereich Global Chocolate schrumpfte die Menge um 6,8 Prozent, im Bereich Global Cocoa um 22,0 Prozent. In absoluten Zahlen betrug die verkaufte Menge an Schokolade 509'401 Tonnen.
Der Umsatz stieg um 6,4 Prozent auf 3,67 Milliarden Franken, in Lokalwährung wären es sogar 8,9 Prozent gewesen. Der Zuwachs resultierte aus den höheren Kakaopreisen im Jahresvergleich. Die zuletzt leicht rückläufigen Kakaopreise pendelten sich inzwischen auf hohem Niveau ein, hiess es. Dies stimme für zuversichtlich für die zweite Jahreshälfte.
Gründe für den Volumenrückgang sind unter anderem weniger verkaufte Schokolade. Die Konsumenten hätten vorübergehend wegen der höheren Preise weniger gekauft, erklärte Barry Callebaut. Die strategische Entscheidung, im Bereich Global Cocoa stärker auf profitablere Segmente und Regionen zu setzen, habe ebenfalls zu einem niedrigeren Absatz beigetragen, hiess es.
Zu schaffen machte Barry Callebaut auch eine Panne in einer seiner grössten Produktionsstätten in Nordamerika. Das Werk im kanadischen Saint-Hyacinthe war im ersten Quartal rund drei Wochen ausgefallen. Ein technischer Defekt an einer Röstmaschine hinterliess deutliche Spuren im Ergebnis.
Schlechter als erwartet
Mit den genannten Zahlen hat Barry Callebaut den AWP-Konsens, der für die wichtige Volumenzahl bei -8,7 Prozent lag, verfehlt. Beim weniger wichtigen Umsatz lag der Konzern hingegen deutlich darüber.
Barry Callebaut bestätigt den Ausblick für das Geschäftsjahr 2025/26 und erwartet eine operative Verbesserung in der zweiten Jahreshälfte, unterstützt durch sinkende Kakaobohnenpreise. Vor diesem Hintergrund rechnet der Konzern mit einem mittleren einstelligen prozentualen Volumenrückgang. Ergebnisseitig stellt Barry Callebaut weiterhin ein Wachstum des wiederkehrenden EBIT in Lokalwährungen im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich sowie ein zweistelliges Plus beim wiederkehrenden Gewinn vor Steuern in Aussicht, während der Schuldenabbau fortgesetzt werden soll.
(AWP)

