Der Chemiekonzern BASF blickt nach einem überraschend starken zweiten Quartal optimistischer auf das Gesamtjahr. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) soll 2026 nun zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden Euro liegen, teilte das Ludwigshafener Unternehmen am Mittwoch mit.
Bislang wurden 6,2 bis 7,0 Milliarden in Aussicht gestellt. Für die zweite Jahreshälfte warnte BASF jedoch vor erheblichen geopolitischen Unsicherheiten. Die weitere Entwicklung der Weltkonjunktur hänge stark von den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran ab. Eine anhaltende Schliessung der Strasse von Hormus würde die Wirtschaft deutlich belasten. Eine schnelle Einigung könnte der Konjunktur dagegen Rückenwind verleihen.
Wegen der Spannungen rechnet BASF für das laufende Jahr nun mit einem durchschnittlichen Ölpreis von 80 Dollar je Barrel, statt der bislang veranschlagten 65 Dollar. Zudem senkte das Management seine Erwartungen für das weltweite Wirtschaftswachstum und die globale Chemieproduktion leicht ab.
Im zweiten Quartal profitierte BASF von kräftigen Preiserhöhungen und einer anziehenden Nachfrage. Der Umsatz stieg um 16 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis kletterte nach vorläufigen Zahlen auf 2,4 Milliarden Euro nach 1,6 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten deutlich.
Unter dem Strich verbuchte BASF einen Gewinnsprung auf 4,1 Milliarden Euro nach 79 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Dazu trug vor allem ein Veräusserungsgewinn von 3,9 Milliarden Euro aus dem Verkauf des Industrielack-Geschäfts an den Finanzinvestor Carlyle bei. Wegen gestiegener Rohstoffpreise rutschte der freie Barmittelzufluss (Free Cashflow) im zweiten Quartal allerdings ins Minus. Die Prognose für diese Kennzahl im Gesamtjahr liess BASF daher unverändert.
Die Aktien weiteten nach der überraschenden Veröffentlichung der Quartalsbilanz ihre Verluste aus und fielen in der Spitze mehr als drei Prozent.
(Reuters)

