In einem schwachen Marktumfeld standen die Titel des Agrarchemie- und Pharmakonzerns Bayer am Dienstagvormittag mit 2,8 Prozent relativ stark unter Druck. Der Kurs fiel im Tagestief nahe der 37-Euro-Marke auf ein Tief seit zwei Wochen. Zuletzt wurden 37,42 Euro für die Aktien gezahlt.
Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, will die 2023 eingestiegene Beteiligungsgesellschaft Inclusive Capital Partners bis zu 8,5 Millionen Aktien des Pharmakonzerns loswerden im Gesamtwert von bis zu 327 Millionen Euro. Mit der Platzierung beauftragt worden sein soll die US-Bank JPMorgan. Aus den weiteren Angaben der Nachrichtenagentur heisst es, die Anteile würden zu einem Preis von 37,45 Euro je Aktie angeboten, was nahe dem aktuellen Kurs liegt.
Ein Händler vermutet, dass der hinter Inclusive Capital steckende aktivistische Investor Jeffrey Ubben das Potenzial des zuletzt deutlich angezogenen Kurses wohl als ausgeschöpft betrachtet. Im Bloomberg-Bericht wird allerdings auch darauf hingewiesen, dass sich Inclusive Capital bereits in einem Abwicklungsprozess befinde, der schon vor Jahren begonnen habe - mit dem Ziel einer Rückzahlung des Kapitals an die involvierten Anleger.
Von November bis Mitte Februar hatte sich der Kurs von Bayer in einer Erholungsrally nahezu verdoppelt. Getrieben war dies von der Hoffnung auf neue Medikamente und auf einen Ausweg aus einer Klagewelle, die Bayer in den vergangenen Jahren wegen angeblicher Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter plagte. Die Euphorie flachte zuletzt aber wieder ab, weil eine Entscheidung des höchsten US-Gerichts noch als Unsicherheitsfaktor gilt. Zuletzt kam dann noch die generell vom Iran-Krieg getrübte Börsenlage hinzu.
Ubben hatte in den vergangenen Jahren massgeblich zur Absetzung des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Werner Baumann beigetragen, der 2018 die später wegen Rechtsstreitigkeiten kostspielige Übernahme des US-Agrarchemiekonzerns Monsanto durchgeboxt hatte. Aktuell sitzt Ubben im Aufsichtsrat mit einem Mandat bis 2028.
(AWP)

