Bayer hat im ersten Quartal einen höher als erwarteten Gewinn erzielt. Gestützt wurde das Ergebnis von einer robusten Entwicklung in der Agrarsparte, darunter Rückenwind durch Sojasaatgut.
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg im ersten Quartal auf 4,45 Milliarden Euro, wie Bayer am Dienstag mitteilte. Damit übertraf der Konzern die Konsensprognose von 3,9 Milliarden Euro aus einer Bloomberg-Umfrage unter Analysten.
Die Aktien sind im frühen Handel in Frankfurt um bis zu 5% gestiegen. Auf Sicht der vergangenen zwölf Monate liegen sie um mehr als die Hälfte im Plus, gestützt durch Fortschritte in Bayers Medikamentenpipeline sowie die Zuversicht der Investoren, dass das Unternehmen seine rechtlichen Probleme in den USA erfolgreich bewältigen kann.
Bayer bestätigte den Ausblick für das Gesamtjahr auf währungsbereinigter Basis. Der Konflikt im Nahen Osten habe nach derzeitigem Stand keine wesentlichen Auswirkungen auf die Prognose. Zugleich erklärte der Konzern, wachsam zu bleiben, falls die Preise für Energie, Rohstoffe und Logistik steigen sollten, und bei Bedarf «geeignete Gegenmassnahmen» zu ergreifen.
Der Mischkonzern durchläuft derzeit eine kritische Phase bei den Bemühungen, die umfangreichen US-Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit seinem Unkrautvernichter Roundup einzudämmen. Die Affäre belastet das Leverkusener Unternehmen seit der Übernahme des Roundup-Erfinders Monsanto im Jahr 2018 und hat bereits mehr als 10 Milliarden Dollar gekostet.
Seit seinem Amtsantritt Mitte 2023 ringt Vorstandschef Bill Anderson mit den Folgen der Roundup-Thematiken. Gleichzeitig versucht er, die Performance zu verbessern, indem Managementebenen abgebaut und Tausende Stellen gestrichen werden.
Das Wachstum im Agrargeschäft von Bayer im ersten Quartal wurde vor allem vom Geschäft mit Sojasaatgut und -eigenschaften getragen. Dort verdoppelten sich die Erlöse dank einer Lizenzzahlung von 448 Millionen Euro im Zusammenhang mit einem Streit über Saatguttechnologie. Auch die Preise erholten sich nach der Wiederzulassung des Soja-Herbizids Dicamba.
Das Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln blieb dagegen unter Druck und verzeichnete rückläufige Umsätze. Bayer versucht, die Margen der Agrarsparte im Rahmen seines Effizienzprogramms zu verbessern, zu dem auch der Ausstieg aus weniger profitablen Produkten gehört.
In der Pharmasparte litt Bayer weiter unter Generikakonkurrenz für Xarelto. Der Umsatz des umsatzstarken Blutverdünners brach im Quartal um 40% ein. Auch das Augenmedikament Eylea stand unter Druck. Der Konzern setzt auf Wachstum mit dem Krebsmedikament Nubeqa und der Nierentherapie Kerendia sowie auf Neueinführungen, um die Sparte bis 2027 wieder auf Wachstumskurs zu bringen.
Das Wachstum in der kleinsten Sparte, Consumer Health, wurde durch die anhaltende Schwäche in den USA und eine vergleichsweise schwächere Nachfrage nach Medikamenten für die Erkältungssaison gebremst.
(Bloomberg/Reuters)

