«Wenn ⁠es keine Lösung für die rechtlichen Probleme im Zusammenhang mit Glyphosat ‌gibt, wird in den USA kein ‌Glyphosat mehr produziert werden», sagte Konzernchef ​Bill Anderson am Dienstag (Ortszeit) auf dem «Global Food Forum» des «Wall Street Journal». Ein Unternehmensvertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Rande der Veranstaltung, ein Umbau des Konzerns komme grundsätzlich infrage, sei derzeit ‌jedoch nicht geplant.

Stattdessen konzentriere sich Bayer darauf, die Geschäftsergebnisse zu verbessern und die Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter Roundup ​beizulegen, in denen nach Unternehmensangaben rund 100.000 Kläger ​Ansprüche geltend machen. Bayer ist das ​einzige Unternehmen, das Glyphosat in den USA herstellt. Die US-Landwirtschaft importiert ‌jedoch auch grosse Mengen glyphosathaltiger Produkte anderer Anbieter aus China.

Bayer hatte Monsanto 2018 für 63 Milliarden Dollar übernommen und damit auch ​die ​Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Roundup geerbt. ⁠Die Kläger werfen dem Unternehmen vor, ​nicht ausreichend vor ⁠möglichen Krebsrisiken des in Roundup enthaltenen Wirkstoffs Glyphosat gewarnt zu haben. ‌Der Konzern versucht, die Klagewelle in den USA durch eine mehrgleisige Strategie einzudämmen. Dazu gehören ‌ein umfassender Vergleich sowie Bemühungen in einzelnen Bundesstaaten, die ​Haftungsregeln zu ändern. (Bericht von Renee Hickman und Tom Polansek, geschrieben von Bettina Cosima Larrarte. Bei Rückfragen wenden Sie sich ‌bitte an unsere Redaktion ​unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)