Die UBS kann laut einem Medienbericht auf politische Unterstützung bei den Plänen rund um schärfere Kapitalvorschriften für die Grossbank hoffen. Führende Parlamentarier hätten versichert, dass sie einen Kompromiss zu den Plänen des Bundesrats vorschlagen würden, schreibt die «Financial Times» unter Berufung auf Insider.
Die UBS wollte den FT-Bericht auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP am Dienstag nicht kommentieren. UBS-Chef Sergio Ermotti hatte zuletzt vergangene Woche gesagt, er rechne mit News aus dem Bundesrat Ende April oder Anfang Mai, wisse es aber nicht.
Der Bundesrat will, dass die UBS als international tätige systemrelevante Bank ihre ausländischen Tochtergesellschaften künftig vollständig mit Eigenmitteln unterlegt. Derzeit liegt diese Anforderung noch bei rund 60 Prozent. Dazu war eine Änderung des Bankengesetzes in die Vernehmlassung geschickt worden. In einer separaten Änderung der Eigenmittelverordnung hat die Schweizer Regierung zudem unter anderem vorgeschlagen, dass Banken-Software sowie Steuergutschriften nicht mehr zum Eigenkapital angerechnet werden können.
Für die UBS könnten die Verschärfungen einen zusätzlichen Bedarf an Eigenmitteln von bis zu 26 Milliarden US-Dollar bedeuten. Die Bank hatte wiederholt vor Wettbewerbsnachteilen im globalen Vermögensverwaltungsgeschäft gewarnt, sollten die Pläne so umgesetzt werden.
«Einflussreiche» Gruppe
Eine Kerngruppe von Abgeordneten, die die Kapitalanforderungen für zu streng hält, habe der UBS in diesem Jahr signalisiert, dass sie «das Problem durch einen Kompromiss lösen» würden, schreibt die FT weiter mit Verweis auf eine der Personen. Obwohl die Gruppe einflussreich sei, könnte jeder Vorschlag dennoch auf Widerstand von anderen Parteien stossen.
Eine an den Diskussionen beteiligte Person warnte laut der Zeitung, dass die Bedingungen eines neuen Kompromisses noch nicht festgelegt seien, merkte jedoch an, dass ein wichtiger parlamentarischer Ausschuss für Wirtschaft und Abgaben den Prozess im Mai «übernehmen» werde. «Ab diesem Zeitpunkt werden wir mehr Entscheidungsgewalt haben», so die zitiere Aussage. Die Vorschläge des Ausschusses werden laut dem Medienbericht voraussichtlich ab Juni von den Abgeordneten debattiert.
Im Dezember 2025 hatte eine Gruppe bürgerlicher Parlamentarier einen «Kompromissvorschlag» präsentiert, der unter anderem eine teilweise Unterlegung der UBS-Auslandstöchter durch sogenannte AT1-Anleihen vorsieht.
(AWP)

