Nachdem die Treibstoffpreise erst in der vergangenen Woche deutlich angezogen hatten, sind sie innert weniger Tage nochmals um rund 5 Rappen je Liter gestiegen. Damit bewegen sich die Preise wieder in der Nähe der Höchststände vom Frühjahr. Grund ist vor allem die neue Eskalation im Nahen Osten. Gleichzeitig bleiben weitere Kostentreiber wie der tiefe Rheinpegel bestehen.

Der Durchschnittspreis für einen Liter Bleifrei 95 liegt laut Angaben des Touring Club Schweiz (TCS) vom Montag bei 1,92 Franken nach 1,87 Franken vor einer Woche, wie der Bleifrei 98 verteuerte sich auf 2,03 Franken von 1,98 Franken. Diesel kostet im Schnitt 2,10 Franken je Liter nach 2,05 Franken.

Ende Februar, vor Beginn des Iran-Kriegs, kostete Bleifrei 95 noch 1,67 Franken je Liter, Bleifrei 98 1,78 Franken und Diesel 1,79 Franken. Seither haben sich Benzin und Diesel um rund 15 bis knapp 20 Prozent verteuert. Der TCS veröffentlicht seine Preisangaben in unregelmässigen Abständen auf Basis von Stichproben; die tatsächlichen Preise können je nach Region und Tankstelle variieren.

Mehrere Preistreiber gleichzeitig

Für den jüngsten Anstieg sorgt unter anderem der Ölmarkt. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent stieg am Montag zeitweise auf über 90 US-Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Juni. Die anhaltenden Angriffe zwischen den USA und Iran sowie Zwischenfälle in der für den Öltransport wichtigen Strasse von Hormus schüren erneut Sorgen über mögliche Lieferausfälle.

Hinzu kommen Faktoren, die bereits in der vergangenen Woche auf die Treibstoffpreise drückten. So belasten laut TCS beschädigte Raffinerien in Russland und zeitweise geringere Treibstoffexporte aus China das Angebot. Gleichzeitig verteuert das anhaltende Niedrigwasser auf dem Rhein den Transport von Mineralölprodukten in die Schweiz. Weil Tankschiffe derzeit deutlich weniger Ladung transportieren können, beziffert der TCS den zusätzlichen Kosteneffekt zuletzt auf rund 8,5 Rappen je Liter.

Trotz der schwierigen Lage gilt die Versorgung der Schweiz als gesichert. Der Branchenverband Avenergy und das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung sahen vergangene Woche keine Gefahr einer Mangellage.

(AWP)