Die Titel der Swiss Marketplace Group (SMG) steigen am Dienstagvormittag um 0,6 Prozent und sind nun 25,50 Franken wert. Dieser Stand ist noch immer tief, wenn man bedenkt, dass die Aktie beim Börsengang im September 2025 für 48,25 Franken verfügbar waren. In der Zwischenzeit ist sie um mehr als 45 Prozent gefallen.

Hintergrund des Kursverfalls ist die Sorge, dass Künstliche Intelligenz (KI) das Geschäftsmodell der Online-Marktplatzanbieterin unterläuft. Diese Bedenken sowie den damit verbundenen Kursrückgang hält die zuständige Analystin der Privatbank Berenberg für übertrieben, wie sie in ihrer Notiz vom Dienstagmorgen schreibt.

Die führende Marktposition des Anbieters von Online-Marktplätzen in den Bereichen Immobilien, Automobil und General Marketplaces, ein hohes Ertragspotenzial sowie Spielraum für Margensteigerungen dürften ihres Erachtens ein zweistelliges Wachstum des Gewinns je Aktie vorantreiben. Daher nimmt die Berenberg-Expertin die Abdeckung von SMG mit einem «Buy»-Rating auf. Das Kursziel veranschlagt sie bei 35 Franken, womit sie rund 37 Prozent Gewinnpotenzial impliziert.

Zu anderen Schlüssen ist der verantwortliche Analyst der US-Bank JPMorgan vor wenigen Tagen gekommen. Er rechnet mit erhöhten Investitionen in Technologie, Personal und Marketing. Diese dürften seiner Meinung nach die Profitabilität in den kommenden Jahren belasten und den Spielraum für Margenverbesserungen begrenzen. Folglich nahm der Experte das Rating auf «Neutral» von «Overweight» zurück. Das Kursziel senkte er auf 28 von 36 Franken.

Derweil nutzt auch SMG die Möglichkeiten, welche KI bietet: «Wir skalieren KI, um Arbeitsabläufe zu vereinfachen, Routineaufgaben zu automatisieren und Maklern, Händlern und Verkäufern zu helfen, die richtigen Käufer schneller zu erreichen», sagte CEO Christoph Tonini, als er im März die Zahlen zum Geschäftsjahr 2025 vorstellte. Weder diese Zahlen noch die Erklärung des CEO vermochten den längerfristigen Wertverfall der SMG-Aktie aufzuhalten.

(cash/AWP)