ABB läuft es seit einiger Zeit blendend, nicht nur, aber auch wegen der Nachfrage nach Strominfrastruktur für Rechenzentren. Im ersten Quartal gelang dem Unternehmen ein zweistelliges Wachstum sowohl beim Bestellungseingang als auch beim Umsatz. Die stärkste Marktdynamik zeigte sich zuletzt im Segment Rechenzentren, was insbesondere die Aufträge im Bereich Elektrifizierung in die Höhe schnellen liess.
In Analystenkreisen ist man sich einig, dass das Momentum für ABB auch im zweiten Quartal angehalten hat. So dürfte der Geschäftsbereich Elektrifizierung der Treiber für die Zahlen von ABB gewesen sein. Der Bereich Automationslösungen dürfte wegen eines Grossauftrags im Vorjahr (rund 600 Mio USD) einen Rückgang im Bestellungseingang zeigen.
Konkret rechnen die Experten mit einem Auftragseingang von 10'477 Millionen Dollar (Vorjahr: 9'254), wonach sich der Umsatz auf 9'453 Millionen Dollar belaufen dürfte. Im Vorjahresquartal betrug dieser 8'295 Millionen Dollar. Den EBITA schätzen die Analysten auf 1'881 Millionen Dollar und die Marge auf 19,9. Der Reingewinn dürfte auf 1'325 Millionen Dollar zustande kommen, nach 1'151 Millionen im Vorjahr. Mehrheitlich wird zudem erwartet, dass die Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt werden.
Aufgrund der starken Zahlen im ersten Quartal, welche überdies von positiven Währungs- und auch leichten Akquisitionseffekten profitiert hatten, hatte ABB im April die Prognosen vom Februar für das Gesamtjahr 2026 nach oben revidiert. So wurde ein vergleichbares Umsatzwachstum im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich in Aussicht gestellt sowie eine über dem Vorjahr (19,2 Prozent) liegende operative EBITA-Marge, selbst ohne die im ersten Quartal 2026 erzielten Immobilienerlöse.
Bislang hatte der Krieg im Nahen Osten wenig Auswirkungen auf die Geschäfte von ABB. Der Nahostkonflikt dürfte das weltweite Geschäft nicht stark beeinträchtigen, hiess es dazu seitens ABB im April. «Die meisten Geschäfte ausserhalb des Nahen Ostens werden sich nicht ändern», sagte damals CEO Morten Wierod. Die Voraussetzung sei, dass der Ölpreis nicht das Doppelte oder Dreifache erreiche. Auch in Bezug auf steigende Frachtraten und Rohstoffkosten zeigte sich der CEO entspannt.
Seit dem Allzeithoch bei 89,14 Franken vom späten Juni, hat sich der Titel per Saldo leicht abwärts bewegt. Noch immer resultiert seit Jahresbeginn indes ein Plus von über 40 Prozent, womit sich die Aktie beinahe doppelt so stark entwickelt hat, wie der zweitbeste Wert im SMI. Bereits im Börsenjahr 2025 gelang ABB ein Kursanstieg von über 20 Prozent.
(AWP)

