«Die Beziehungen zwischen der Schweiz und den Vereinigten Staaten sind nach einer turbulenten Phase in den vergangenen Monaten wieder auf einem sehr guten Weg», sagte Bessent vor den Medien bei seiner Ankunft in Davos. Er äusserte sich vor dem USA House, das in diesem Jahr in einer Kirche der Gemeinde eingerichtet wurde.
Bern und Washington hatten sich im November nach zähen Verhandlungen darauf geeinigt, die US-Zölle auf importierte Schweizer Produkte von 39 auf 15 Prozent zu senken. Die beiden Länder müssen bis spätestens 31. März noch ein Abkommen unterzeichnen, um den Deal abzusichern.
Der Bundesrat verabschiedete vergangene Woche hierzu sein Verhandlungsmandat. Bundespräsident Guy Parmelin zeigte sich bereit, das Abkommen während des WEF weiter voranzutreiben. Der Waadtländer wird am Dienstagmorgen die Eröffnungsrede halten.
Trump «beim Wort nehmen»
Die Anliegen der Schweiz fallen in eine angespannte Phase zwischen den USA und Europa. Aktuell droht wegen des Konfliktes rund um Grönland ein neuer Handelsstreit zwischen den beiden Parteien. Trump drohte jüngst mit zusätzlichen Strafzöllen von zehn Prozent auf Waren aus den europäischen Ländern, die Soldaten als Zeichen der Solidarität mit Dänemark nach Grönland geschickt hatten. Die EU hat hierzu für Donnerstag einen Sondergipfel in Brüssel einberufen.
Trump betrachte Grönland als strategischen Vorteil für die Vereinigten Staaten, sagte Scott Bessent in Davos weiter. «Man sollte den amerikanischen Präsidenten beim Wort nehmen», fügte er hinzu. Mehrere europäische Länder, darunter Frankreich, kündigten Gegenmassnahmen als Reaktion auf Trumps Drohungen an.
Die Botschaft dieser Woche werde sein, dass der Slogan «America First» nicht «America Alone» bedeute. Der Präsident wolle zeigen, wie die globale Führungsstärke der USA aussehe, so Bessent weiter.
Der Finanzminister hob zudem den wirtschaftlichen Erfolg der USA nach dem ersten Jahr der zweiten Amtszeit des Republikaners hervor. Die Regierung lege grossen Wert darauf, die US-amerikanische Wählerschaft zu bedienen, während die Parlamentswahlen näher rückten.
(AWP)

