Auch am Donnerstag stehen die Aktien von Logitech unter Druck. Während der Swiss Market Index (SMI) um 0,82 Prozent anzieht, fallen die Logitech-Titel kurz vor Mittag um 0,34 Prozent auf 76,62 Franken. Die Valoren des Computerzubehör-Herstellers sind damit auf einem Zwei-Monate-Tief angelangt - und nun weit vom Zwischenhoch bei 102,80 Franken von Anfang Juni entfernt.
Dieses Zwischenhoch war zugleich der höchste Stand der Aktie seit Sommer 2021. Daher wird ein Teil der Verluste in den vergangenen Wochen auf Gewinnmitnahmen durch zuvor investierte Anleger zurückgehen. Öl ins Feuer gegossen hat zudem die zuständige Analystin der Bank of America, als sie die Valoren des von CEO Hanneke Faber geleiteten Unternehmens am Dienstag auf «Underperform» von «Neutral» zurückstufte und das Kursziel auf 70 von 85 Franken senkte. In der Folge gaben Aktien um 4,8 Prozent in nur einem Handelstag nach.
Das neue Preisziel der Bank of America - 70 Franken - ist zugleich das tiefste aller von der Nachrichtenagentur AWP erfassten Analysten-Kurszielen für Logitech. Bemerkenswerterweise sind die Aktien des in Lausanne ansässigen Unternehmens in den vergangenen zweieinhalb Jahren nur selten oder dann bloss vorübergehend unter diese 70-Franken-Schwelle gefallen. Grösste Ausnahme war der Kurseinbruch im April 2025. Dieser ging primär auf den von den USA ausgelösten Zollschock zurück.
Demzufolge bietet die Schwelle von 70 Franken den Anlegern einen groben Orientierungspunkt: Gemessen an den Erfahrungen der letzten Jahre und am neu sehr tief angesetzten Kursziel der Bank of America ist ein Abrutschen unter 70 Franken wenig wahrscheinlich - es sei denn, ein weiteres unerwartet heftiges Ereignis treffe Logitech oder gleich den gesamten Aktienmarkt.
Handkehrum geben die momentan bestehenden Prognosen anderer Vermögensverwalter als der Bank of America Grund zur Zuversicht auf deutlich steigende Notierungen der Logitech-Valoren. Die Privatbank Berenberg sieht den Preis je Logitech-Aktie bei 115 Franken und unterstreicht diese Ambitionen mit einem «Buy»-Rating. Die Bank Vontobel traut den Valoren des Computerzubehör-Herstellers 113 Franken zu, das Rating lautet ebenfalls «Buy». Dazu notierte der zuständige Analyst, Michael Foeth, Anfang Juni: «Anhaltend hohe Margen, eine starke Cash-Generierung und eine sehr gesunde Bilanz sorgen für eine nachhaltige Wertschöpfung».
Sofern die hohen Kursziele von Berenberg und Vontobel nicht revidiert werden, deuten sie ein erhebliches Potenzial der Logitech-Aktien in den kommenden Monaten an. Kursgewinne von rund 50 Prozent sind möglich. Demnach erscheint das momentane Tief als ein geeigneter Einstiegspunkt für ebenfalls zuversichtliche Anleger. Sie werden sodann weiter beobachten, wie sich die Lage um Logitech entwickelt, also auf Analystenstimmen, Nachfragetrends und Neuigkeiten aus der Branchen schauen.

