Biotech - Relief Therapeutics kommentiert Streitigkeiten mit Partner NeuroRx

Zwischen dem Biotechunternehmen Relief Therapeutics und seinem Partner NeuroRx gibt es offenbar Streitigkeiten über den Kooperationsvertrag.
19.04.2021 08:01
Arbeit mit einer Pipette in einem Labor (Themenbild).
Arbeit mit einer Pipette in einem Labor (Themenbild).
Bild: imago images / Westend61

Daher habe sich Relief entschieden, einige dieser Streitigkeiten zu kommentieren, heisst es in einer Mitteilung vom Montag.

Konkret gehe es um einige Punkte, die im Zusammenhang mit der geplanten Fusion zwischen Big Rock Partners Acquisition (BPRA) und NeuroRx als Änderungen im Kooperationsvertrag aufgeführt wurden. In diesen Änderungen habe NeuroRx Aussagen zu anhängigen Streitigkeiten zwischen Relief und NeuroRx gemacht, heisst es in der Mitteilung weiter.

Zu den derzeit umstrittenen Themen gehöre etwa, dass NeuroRx sich laut Relief weigert, die Daten aus seiner kürzlich abgeschlossenen klinischen Phase-IIb/III-Studie an Relief weiterzugeben. Diese Daten müssen Relief gemäss den Bestimmungen der Kooperationsvereinbarung zur Verfügung gestellt werden.

Darüber hinaus habe NeuroRx seinen Vertragspartnern, die sich mit Fragen der Entwicklung von Aviptadil befassen, die Erlaubnis verweigert, Informationen an Relief weiterzugeben, die Relief für die Entwicklung seines Aviptadil-Produkts in seinen Verkaufsterritorien (einschliesslich der EU und Grossbritannien) benötige. Infolgedessen ist Relief den Angaben zufolge der Ansicht, dass NeuroRx mit seinen Verpflichtungen gemäss der Kooperationsvereinbarung in Verzug ist, und dass das Versäumnis von NeuroRx die Fähigkeiten von Relief, eine klinische und regulatorische Strategie für seine Territorien zu entwickeln und umzusetzen, stark beeinträchtige.

Unbezahlte Rechnungen

Zudem gebe NeuroRx in dem Änderungsantrag an, dass Relief seinem Partner unbezahlte Rechnungen in Höhe von etwa 4 Millionen US-Dollar schulde. "Leider wurden viele dieser angeblichen Ausgaben nicht durch gültige, überprüfbare Rechnungen belegt", kommentiert Relief in der Mitteilung. Auch herrsche Uneinigkeit zwischen den Parteien darüber, ob Ausgaben, die das im Kooperationsvertrag festgelegte Budget überschreiten, erstattungsfähig seien.

Uneinigkeit herrscht laut Mitteilung ebenfalls über die kürzlich eingeleitete klinische Studie zur Bewertung von inhalativem Aviptadil zur Behandlung von Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Covid-19. Laut Relief wirft NeuroRx dem Partner vor, die Studie nicht mitzufinanzieren. Man habe bestimmte Informationen angefordert, die für die Entscheidung, ob diese Studie finanziert werden soll oder nicht, erforderlich seien. NeuroRx habe diese angeforderten Informationen nicht bereitgestellt.

Gleichzeitig habe NeuroRx erklärt, dass Reliefs Versäumnis, Ausgaben zu finanzieren, zu einem Disput mit Relief darüber führen könne, ob der Anteil für Relief am Nettogewinn aus dem Verkauf von Aviptadil im Verkaufsterritorium von NeuroRx geringer sein sollte als im Kooperationsvertrag festgelegt.

Zu guter Letzt werfe NeuroRx in dem Änderungsantrag Behauptungen auf, heisst es in der Mitteilung, die Fragen zu der von Relief in die Kooperation eingebrachte Formulierung von Aviptadil aufwerfen. Hierzu stellt das Biotechunternehmen Relief fest, "dass es zwar Stabilitätsprobleme mit der Formulierung gibt, die Relief in die Zusammenarbeit eingebracht hat, aber dass zum Zeitpunkt der Ausführung des Kooperationsvertrags diese Probleme allen Parteien bekannt waren und die Notwendigkeit der Lösung dieser Probleme im Kooperationsvertrag festgehalten wurde."

(AWP)