Eine Reihe bekannter Hedgefonds meldete im Juli starke Verluste, nachdem KI-Aktien einbrachen. Das zwang insbesondere den hoch verschuldeten Fonds Situational Awareness dazu, den Grossteil seines Aktienportfolios mit einem hohen Abschlag an Citadel von Ken Griffin zu verkaufen. Situational Awareness brach im letzten Monat um 67 Prozent ein, und der Fonds löste den Grossteil seines Buches mit börsennotierten Aktien auf, um Margin Calls zu erfüllen.
Andere Fonds erlitten nicht solch starke Verluste, aber der Monat markierte eine bemerkenswerte Umkehr für Geschäfte, die bis diesen Frühling für Anleger sehr gut gelaufen waren.
Laut dem Research-Unternehmen PivotalPath wiesen Hedgefonds eine historisch hohe Exposition gegenüber Momentum-Trades, überlaufenen Long-Wetten und Aktienmarktrenditen auf. Der Index der Firma, der Hedgefonds mit Fokus auf Technologie-, Medien- und Telekommunikationsaktien verfolgt, fiel allein im vergangenen Monat um zehn Prozent – der stärkste Rückgang aller Benchmarks des Unternehmens.
Risikomanagement als Schlüsselfaktor
Bis Juni summierten sich solche Trades in den letzten drei Jahren auf ein jährliches Wachstum von rund 25 Prozent, sagte PivotalPath-Gründer Jon Caplis. Im Juli brachen alle drei Kategorien steil ein. «Wenn sich dieselben Trends so schnell umkehren, kann der Unterschied bei der Risikobereitschaft zwischen den Managern offensichtlich werden», sagte er.
Der tech-fokussierte Flaggschiff-Hedgefonds von Whale Rock Capital Management fiel im Juli um 21,7 Prozent und machte damit etwa die Hälfte seiner Jahresgewinne zunichte, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person berichtete. Der auf KI fokussierte Hedgefonds von Altimeter Capital Management brach im vergangenen Monat um 11 Prozent ein.
Für diese und andere Hedgefonds standen die Verluste in scharfem Kontrast zu den früheren Gewinnen aus ihren Tech-Wetten. Infolgedessen liegen einige aufs Jahr gesehen immer noch deutlich im Plus, was die Stärke der KI-Gewinne in der ersten Jahreshälfte unterstreicht. Whale Rock erzielte bis Ende Juli trotz des Einbruchs im vergangenen Monat eine Rendite von 35,1 Prozent, während Altimeter im bisherigen Jahresverlauf um 34 Prozent zulegte.
Andere grosse Hedgefonds verzeichneten geringere Rückgänge. Der tech-fokussierte Long/Short-Aktienfonds von Tiger Global Management verlor im Juli 4,8 Prozent, womit sich seine Jahresgewinne auf 9,4 Prozent reduzierten. Sein Crossover-Fonds, der in kotierte und private Unternehmen investiert, fiel im vergangenen Monat um 2,7 Prozent, liegt im Jahresverlauf aber immer noch 18,9 Prozent im Plus.
Opportunitäten
Doch der Ausverkauf an den Aktienmärkten bot auch Chancen – allen voran für Citadel. Dem Multi-Strategy-Hedgefonds, der dafür bekannt ist, notleidende Vermögenswerte mit Rabatt aufzukaufen, gelang es, das Portfolio des KI-fokussierten Unternehmens mit zehn Prozent Abschlag zu erwerben, wie Bloomberg News zuvor berichtete.
Infolgedessen stieg der Flaggschiff-Fonds von Citadel im Juli um 5,9 Prozent, da Griffins Unternehmen zu einem der wenigen Gewinner der Turbulenzen um Situational Awareness wurde. Der Deal bescherte dem Wellington-Fonds Sofortgewinne, nachdem er im Monat bis zum 24. Juli lediglich um 0,45 Prozent zugelegt hatte.
Die Transaktion trug dazu bei, die Jahresgewinne von Citadel auf zwölf Prozent zu treiben, und hatte den Nebeneffekt, die Nervosität der Anleger hinsichtlich breiterer Verkäufe von KI-Anlagewerten zu dämpfen, was einige der früheren Monatsverluste im Sektor wettmachte.
Situational Awareness kehrte am Dienstag auf die Investitionsbühne zurück und steckte laut mit der Sache vertrauten Personen 400 Millionen Dollar in ein privates Unternehmen. Welches Unternehmen die Finanzierung erhielt, war unklar, wie Bloomberg zuvor berichtete.
(Bloomberg/cash)
