Am Freitagnachmittag geriet die älteste und bekannteste Digitalwährung auf der Handelsplattform Bitstamp unter Druck und erreichte bei gut 108.200 US-Dollar den tiefsten Stand seit Anfang Juli.

Damit setzte der Bitcoin seine Talfahrt seit dem Erreichen des Rekordhochs bei knapp 125.000 Dollar vor gut zwei Wochen fort. «Die derzeitige Konstellation zeigt, dass die Serie der Gewinnmitnahmen offensichtlich noch nicht vollständig ausgestanden ist», sagte Experte Timo Emden von Emden Research. Die vor wenigen Wochen euphorische Stimmung am Markt sei spürbar umgeschlagen.

Investoren fürchten Emden zufolge, dass der geldpolitische Gegenwind in den USA womöglich doch länger anhält als gedacht. Denn am Markt gibt es aktuell die Sorge, dass die US-Zollpolitik die Preise in die Höhe treibt, sodass die Leitzinsen nicht so schnell sinken könnten wie am Markt erwartet.

Aktuell wird zwar noch davon ausgegangen, dass die US-Notenbank Fed auf ihrer Sitzung Mitte September den Leitzins senkt. Ein wesentlicher Grund dafür ist der schwächelnde Arbeitsmarkt. Zudem steht die Fed unter politischem Druck, da Präsident Donald Trump vehement niedrigere Zinsen fordert. Die weitere Entwicklung ist aber unklar. Niedrigere Zinsen würden spekulative Anlagen wie Kryptowährungen im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren attraktiver machen.

In diesem Umfeld könnte ein Rutsch des Bitcoins unter die psychologisch wichtige 100.000-Dollar-Marke weiteren Abgabedruck initiieren, fuhr Emden fort. Diese wurde zuletzt Ende Juni unterschritten.

(AWP)