Die französische Grossbank BNP Paribas hat nach einem überraschend hohen Gewinn im vierten Quartal ihr Rentabilitätsziel leicht angehoben und weitere Kostensenkungen angekündigt. Der Nettogewinn stieg um 28 Prozent auf 2,97 Milliarden Euro, wie die gemessen an der Bilanzsumme grösste Bank der Eurozone am Donnerstag mitteilte. Damit übertraf das Institut die Analystenschätzungen von 2,84 Milliarden Euro. Getragen wurde das Ergebnis vom Privatkundengeschäft, während die Investmentbank eine durchwachsene Leistung zeigte.
Die Bank strebt bis 2028 nun eine Eigenkapitalrendite (ROTE) von mehr als 13 Prozent - bisher waren 13 Prozent angepeilt. Zudem soll die Aufwand-Ertrag-Relation bis dahin auf unter 56 Prozent sinken. Um dies zu erreichen, plant BNP Paribas für 2026 zusätzliche Einsparungen von rund 600 Millionen Euro. Damit sollen die Gesamteinsparungen im Zeitraum 2022 bis 2026 auf 3,5 Milliarden Euro steigen. An ihrer Dividendenpolitik hält die Bank fest: Sie kündigte eine Ausschüttung von 5,16 Euro je Aktie für 2025 an. Analysten zeigten sich von den Zahlen überzeugt. Die Ergebnisse seien «anständig» und sollten beruhigen, kommentierten die Experten von Citi.
Für Unsicherheit sorgt allerdings weiterhin ein Rechtsstreit in den USA. Die Bank will gegen ein Urteil vom Oktober Berufung einlegen. Eine New Yorker Jury hatte festgestellt, dass BNP Paribas der ehemaligen sudanesischen Regierung durch die Bereitstellung von Bankdienstleistungen unter Verstoss gegen US-Sanktionen beim Völkermord geholfen hatte. Das Gericht verurteilte das Kreditinstitut zur Zahlung von rund 20,5 Millionen Dollar an drei sudanesische Kläger, die über Menschenrechtsverletzungen unter der Herrschaft des ehemaligen Präsidenten Omar al-Baschir ausgesagt hatten.
(Reuters)

