Der US-Konzern Boeing stach damit seinen Konkurrenten Northrop Grumman aus, wie das US-Verteidigungsministerium am Dienstagabend (Ortszeit) mitteilte. Der geplante Tarnkappenflieger trägt immer noch den Namen «F/A-XX» - wobei «XX» ein Platzhalter für die übliche Nummernbezeichnung ist. Im vergangenen Jahr hatte Boeing bereits den Hersteller Lockheed Martin bei dem neuen F-47 für die US-Luftwaffe übertrumpft.

Für die Boeing-Aktie ging es im frühen US-Handel am Mittwoch um ein Prozent aufwärts. Die Aktie von Northrop Grumman büsste hingegen 4,5 Prozent ein.

Die US-Marine nannte nur wenige Details zu dem Flugzeugtyp, der die bisherige F/A-18 Super Hornet schrittweise ab den 2030er Jahren ablösen soll. Die Kosten für Entwicklung und Bau blieben ebenso offen wie die Zahl der bestellten Maschinen und der genaue Zeitpunkt der geplanten Inbetriebnahme. Boeing sprach lediglich von einem Multi-Milliarden-Dollar-Vertrag.

Für Boeing ist der Auftrag von grosser Bedeutung. Der Hersteller arbeitet sich derzeit aus einer schweren Krise mit jahrelangen Verlusten heraus, die mit den Abstürzen zweier Mittelstreckenjets vom Typ 737 Max in den Jahren 2018 und 2019 begonnen hatte. Seither zogen sich die technischen und finanziellen Probleme von der Verkehrsflugzeugsparte über Rüstungsprojekte und die neue Air Force One für den US-Präsidenten bis zum neuen Starliner-Raumschiff.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und sein Stellvertreter Steve Feinberg hatten sich Anfang 2025 gegen das F/A-XX-Projekt ausgesprochen. Sie befürchteten, dass die US-Rüstungsindustrie nicht in der Lage sei, zwei grosse neue Kampfjet-Typen zu entwickeln und zu bauen. Doch der Kongress stellte hunderte Millionen Dollar zur Verfügung, um das Programm voranzutreiben.

(AWP)