Börse - Ray Dalio bleibt dabei: Flucht in Barbestände bringt nichts

Viele Investoren halten momentan einen hohen Cash-Anteil im Portfolio. Ray Dalio, Gründer von Bridgewater Associates, hält dies für keine gute Idee und rät zu ganz bestimmten Investments.
08.10.2020 10:35
Von Manuel Boeck
Ray Dalio, Gründer von Bridgewater Associates, am China Development Forum 2019 in Peking.
Ray Dalio, Gründer von Bridgewater Associates, am China Development Forum 2019 in Peking.
Bild: imago images / VCG

Wenn Ray Dalio seine Marktmeinung kundtut, hören weltweit Anleger genau zu. Gehört der Hedgefonds-Manager doch zu den Ikonen der Wall Street. Der Milliardär ist zudem der Gründer einer der grössten Fondsmanagement-Gesellschaften der Welt - Bridgewater Associates.

Dalio erklärte im Interview mit CNBC den Umstand, dass viele Investoren in Zeiten der Unsicherheit in Cash gehen: "Es gibt einen Instinkt zu glauben, dass Cash wegen der geringen Volatilität ein geringes Risiko mit sich bringt." Diese Sicht sei auch dadurch begründet, dass alles anhand von Cash gemessen werde. Dies sei aber nicht seine Sicht der Dinge.

Ray Dalio hatte schon im Januar vor Beginn der Corona-Krise eine ähnliche Aussage abgegeben - "cash is trash". Diese Meinung kam im Angesicht der Marktturbulenzen stark unter Beschuss, auch weil sein Vorzeigefonds Pure Alpha Fund II einen zweistelligen Verlust verkraften musste und noch immer eine Underperformance aufweist.

Doch Dalio hielt an seiner Meinung fest und bekräftigte diese in einem Interview Anfang April, als die Erholung am Aktienmarkt alles andere als absehbar war. Sein Kernargument blieb dasselbe: Die exzessiven US-Staatsausgaben werden den Wert des Dollars vermindern. Dadurch wird deutlich, dass Ray Dalio bei seiner Aussage vor allem Investoren aus dem Dollarraum anspricht. 

Gold und Aktien anstatt Bonds und Cash

Zusätzlich bietet für ihn auch eine Investition in Anleihen keine Lösung. Sind diese doch wegen den zumeist negativen nominalen und realen Zinsen keine gute Anlage zum Werterhalt. Gegenüber Bloomberg sagte Dalio im April: "Wer jetzt Staatsanleihen kauft, ist verrückt". 

Gold scheint Ray Dalio hingegen mehr zu mögen - obwohl das Edelmetall keine Zinsen abwirft. Im zweiten Quartal erhöhte Bridgewater Associates seinen Anteil am SPDR Gold Trust ETF (Exchange Traded Funds) um 3,4 Prozent. Gleichzeitg setzten die Geldmanager um Bridgewater Associates stark auf amerikanische Aktien. Die Anteile am SPDR S&P 500 ETF (SPY) stiegen um 41 Prozent.

Investition in China als Chance

Doch wie sollen sich Investoren im aktuellen Umfeld verhalten? Dalio verweist auf das Potenzial in China, das die meisten Investoren vernachlässigen. Investoren sollten ihr Investment in China verstärken. Dies auch, weil der chinesische Yuan im aktuellen Umfeld mit "attraktiven" Zinsen in China eher an Stärke gewinnen wird.

Die Performance der chinesischen Indizes geben Dalio recht: Der chinesische Leitindex Shanghai Composite ist seit Jahresbeginn 5,5 Prozent im Plus. Der breite Shenzhen Composite Index legt gar um 24,8 Prozent zu. Gleichzeitig erholt sich die Wirtschaft von der Corona-Krise und die Infektionszahlen scheinen nachhaltig unter Kontrolle zu sein.

Wie Dalio in China investiert kann anhand der Daten zum zweiten Quartal abgelesen werden: Einerseits investierte Bridgewater Associates in ETFs wie den iShares China Large-Cap ETF (FXI) oder den iShares MSCI China (MCHI), aber auch in Einzelaktien wie Alibaba.

 
Aktuell+/-%
Gold 1 Uz1'865.44-0.65%
S&P 5004'247.44+0.19%
Alibaba Grp Sp ADS211.64-0.67%

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