08:14

Die Verunsicherung der Anleger über ⁠die künftige Politik Washingtons im Iran-Krieg nach den US-Zwischenwahlen stützt die ‌Preise am Ölmarkt. Die ‌Nordsee-Rohölsorte Brent und US-Leichtöl WTI ​verteuerten sich um jeweils knapp ein halbes Prozent auf 103,85 und 96,19 Dollar je Fass (159 Liter). Damit machten die Preise ihre Verluste vom Vortag ‌teilweise wett, als sie auf den tiefsten Stand seit fast vier Wochen gefallen waren. Die Demokraten ​errangen bei den Wahlen die Mehrheit in ​beiden Kammern des US-Kongresses.

​Dies schürt an den Märkten die Unsicherheit über den ‌weiteren Kurs der US-Regierung unter Präsident Donald Trump im Krieg mit dem Iran. «Die widersprüchlichen Signale von Präsident ​Trump - ​mal Militärschläge, mal Äusserungen ⁠zur Deeskalation - haben es für Händler ​schwierig gemacht, ⁠eine klare Richtung zu erkennen», sagte Priyanka Sachdeva, ‌Chefanalystin bei Phillip Nova. Einige Gewinnmitnahmen seien gerechtfertigt. «Die zugrunde liegenden Risiken einer Lieferunterbrechung an ‌der Strasse von Hormus sind jedoch nicht ​verschwunden.»

+++

08:10

Bei Julius Bär wird der SMI vorbörslich 0,1 Prozent tiefer gestellt. Nach dem Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen werden Auswirkungen auf die Schweizer Börse erwartet. ABB werden als einziger Blue Chip mit Gewinnen erwartet, vor Handelsbeginn steht die Aktie 0,6 Prozent höher. Mit den grössten Verluste im Leitindex werden Amrize, Roche und Sika erwartet.

Die Midcaps werden mit höheren Verlusten erwartet, von minus 0,4 Prozent. Idorsia werden 4,2 Prozent höher gestellt, nachdem das Unternehmen in den USA einen Sonderstatus von der amerikanischen Arzneimittelbehörde für ein Schlafmittel bei Kindern erhalten hat. Implenia werden nach Erhalt eines Auftrags für ein Schweizer Rechenzentrum ebenfalls mit Gewinnen erwartet. Barry Callebaut werden nach den Jahreszahlen tiefer gestellt.

+++

08:02

Der US-Dollar ist am Mittwoch nach der Niederlage der Republikaner, welche voraussichtlich die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses verlieren, unter Druck geraten. So hat das Währungspaar EUR/USD auf 1,1230 von 1,1190 am Vorabend klar angezogen. Zum Franken ist der Dollar deutlich unter 0,82 gefallen und wird derzeit zu 0,8170 gewechselt. Zeitweise ging es für den Greenback bis auf 0,8125 Franken abwärts.

Der Euro wiederum hat sich zum Franken auf 0,9176 von 0,9183 nur minim abgeschwächt. Allerdings lag das Tief in der Nacht auf Mittwoch bei 0,9145 noch um Einiges unter dem aktuellen Niveau. Die anfänglich sehr negative Sichtweise der Märkte auf den Ausgang der US-Zwischenwahlen ist in der Folge aber bereits einer etwas nüchterneren Betrachtungsweise gewichen.

+++

06:20

Bei der IG Bank wird der Swiss Market Index (SMI) am Mittwoch vorbörslich 0,8 Prozent tiefer gestellt.

+++

05:30

Die Aussicht auf überraschende Erfolge der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen hat die Anleger verschreckt und die Märkte unter Druck gesetzt. Die US-Aktienfutures gaben nach, während Staatsanleihen zulegten und der Dollar nachgab. In North Carolina eroberte ‌der Demokrat Roy ⁠Cooper einen bisher von den Republikanern gehaltenen Senatssitz und versetzte damit Präsident Donald Trump und seiner Partei einen schweren Schlag. ⁠Die Demokraten sind Medienberichten zufolge zudem auf Kurs, die Mehrheit im US-Repräsentantenhaus zu erlangen.

Anleger bereiten sich zudem auf eine strengere Regulierung in Bereichen wie Künstlicher ‌Intelligenz (KI) sowie auf einen möglichen legislativen Stillstand vor. «Die Märkte scheinen die Möglichkeit eines stärker ‌als erwarteten Abschneidens der Demokraten einzupreisen, was die Erwartungen an ​weitere Konjunkturimpulse dämpfen könnte», sagte Charu Chanana, Anlagestrategin bei Saxo in Singapur. Der stärkere Rückgang der Nasdaq-Futures spiegele die Sorge wider, dass ein politischer Machtwechsel zu einer schärferen Aufsicht über KI und grosse Technologiekonzerne führen könnte. «Niedrigere Anleiherenditen könnten jedoch schliesslich für eine gewisse Entlastung sorgen, sodass der anfängliche Ausverkauf nicht unbedingt von Dauer sein muss», fügte sie hinzu.

Besondere Sorgen gelten dem Ausbau von ‌KI-Rechenzentren. Ein möglicher Sieg des Demokraten John Talarico in Texas könnte die Chip-Aktien belasten, sagte Kim Seok-hwan, Analyst bei Mirae Asset Securities. Dies schüre die Sorge vor strengeren Vorschriften für den Bau von KI-Rechenzentren in einem der am schnellsten wachsenden Märkte der USA. «Wenn ​Texas nach dem Vorbild New Yorks ein Moratorium für Rechenzentren verhängt, könnten sich Projekte weiter verzögern», ​sagte Kim. «Die heutige Marktreaktion spiegelt eindeutig die Sorgen und die Unsicherheit in ​diesen Fragen wider.»

In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 4,5 Prozent auf 60'269,56 Punkte nach und der breiter gefasste Topix notierte 3,2 Prozent niedriger bei ‌3804,53 Zählern. Die Börse Shanghai blieb fast unverändert bei 3604,37 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stagnierte bei 4010,35 Punkten.

+++

05:15

Im asiatischen Devisenhandel verlor der Dollar 0,7 Prozent auf 157,60 Yen und legte 0,2 Prozent auf 6,6843 Yuan zu. Zur ​Schweizer ​Währung notierte er 0,8 Prozent niedriger bei 0,8138 Franken. Parallel ⁠dazu stieg der Euro um 0,5 Prozent auf 1,1252 Dollar und gab ​um 0,3 Prozent auf 0,9157 Franken ⁠nach.

+++

05:00

Am Ölmarkt zeigten sich die Preise unruhig, nachdem sie am Vortag auf ein Vier-Wochen-Tief gefallen waren. Händler wogen die Gespräche ‌zur Beendigung der Kriege in der Ukraine und im Iran gegen die Sorge ab, dass jüngste Angriffe in beiden Konflikten die Lieferungen weiter stören könnten. Die faktische Blockade der Strasse von Hormus, über die zuvor ‌20 Prozent des weltweiten Ölangebots transportiert wurden, hat die Energieströme neu geordnet und die Inflationssorgen ​geschürt.

+++

01:30

Der Erholungsversuch der New Yorker Technologiebörse Nasdaq am Dienstag ist geglückt. Am Ende behauptete der Auswahlindex Nasdaq 100 allerdings nur ein Plus von 0,68 Prozent auf 28'180,26 Punkte. Damit endete eine dreitägige Serie herber Verluste. Die wieder gefragten Halbleitertitel - inklusive des Branchenriesen Nvidia - wogen insgesamt schwerer als die enttäuschenden Geschäftsaussagen von Apple und Palantir .

Der marktbreite S&P 500 konnte sich mit einem Plus von 0,36 Prozent auf 7568,92 Punkte ebenfalls ein wenig berappeln. Dagegen sank der Leitindex Dow Jones Industrial um 0,38 Prozent auf 51'786,72 Punkte. Er hatte zu Wochenbeginn als einziges der grossen US-Börsenbarometer einen Gewinn ins Ziel gerettet.

Am Tag der viel beachteten Zwischenwahlen (Midterms) in den Vereinigten Staaten hielt sich die Kaufbereitschaft damit in Grenzen. Millionen Amerikaner stimmen an diesem Dienstag über die künftige Zusammensetzung des Parlaments in Washington ab. Bei den Midterms stehen alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und gut ein Drittel der 100 Senatssitze zur Wahl. Bislang halten die Republikaner von US-Präsident Donald Trump eine hauchdünne Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses.

Meinungsforschern und Wahlanalysten zufolge spricht einiges dafür, dass die Demokraten unter dem Eindruck von Trumps schlechten Beliebtheitswerten gestärkt aus der Wahl hervorgehen könnten. Erste Ergebnisse werden nach mitteleuropäischer Zeit in der Nacht zu Mittwoch erwartet.

Die Zwischenwahlen können laut Experten zuvorderst einzelne Sektoren des Aktienmarktes bewegen. Die grosse Richtung dürften im Prinzip weiter die grundlegenden Kurstreiber wie das generelle Gewinnwachstum der Unternehmen oder die Aussicht auf eine nicht zu straffe Zinspolitik der Notenbank vorgeben.

Im Halbleitersektor griffen etliche Anleger nach den zuletzt überwiegenden Kursverlusten am Dienstag zu. So erholten sich die Aktien von AMD , Sandisk und Broadcom um 3 bis 4,4 Prozent. Bei Nvidia reichte es für ein Plus von 2,3 Prozent, nachdem die Titel bereits zu Wochenbeginn gestiegen waren.

Die schon am Montag im Vorfeld von Zahlen schwachen Apple-Aktien verloren hingegen weitere 2,2 Prozent. Der iPhone-Konzern befürchtet im üblicherweise lukrativen Weihnachtsgeschäft Gegenwind durch stark gestiegene Speicherchip-Preise und enttäuschte mit dem Ausblick auf das laufende Quartal.

Auch die KI-gestützte Daten- und Analyseplattform Palantir, zu deren Hauptkunden das US-Militär zählt, enttäuschte mit ihrer Quartalsprognose. Dies zählte für die Investoren mehr als der laut Jefferies-Analyst Brent Thill starke Quartalsbericht. Die Anteile verloren letztlich noch 1,7 Prozent.

Bei der cloudbasierten E-Commerce-Plattform Shopify blieb der Quartalsumsatz zum ersten Mal seit vier Jahren hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Dies schockte die Anleger offenbar: Die Aktien knickten um weitere 8,7 Prozent ein.

(cash/Reuters/Bloomberg/AWP)

Portrait von cash-Redaktor Loris Gregorio
Loris GregorioMehr erfahren