Das Geldvermögen der privaten Haushalte erhöhte sich im ersten Quartal 2023 um 146 Milliarden Euro auf rund 7,39 Billionen Euro, wie die Bundesbank am Freitag in Frankfurt mitteilte. Damit habe sich die Aufwärtsbewegung des vierten Quartals nach zuvor drei Quartalen mit Rückgängen fortgesetzt. "Die meisten Anlageformen der privaten Haushalte gewannen an Wert", erklärte die Bundesbank. Insgesamt lägen die Bewertungsgewinne im ersten Quartal bei 76 Milliarden Euro. Dabei seien die Kursgewinne von Aktien mit 38 Milliarden Euro besonders kräftig ausgefallen.
Mit Investmentfonds erzielten die Haushalte im ersten Quartal Bewertungsgewinne von 25 Milliarden Euro. Aber auch der Wert von Pensions- und Versicherungsansprüchen stieg um 19 Milliarden Euro an. Die Haushalte erwarben im Auftaktquartal Schuldverschreibungen im Umfang von 30 Milliarden Euro - ein historischer Höchstwert. "Wie im Vorquartal ist diese Entwicklung nicht zuletzt auf die steigenden Zinsen zurückzuführen", erklärte die Bundesbank. Ihre Bestände an Bargeld und Einlagen verringerten die Haushalte dagegen netto um 16 Milliarden Euro.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte im Kampf gegen die hohe Inflation im Sommer 2022 einen rasanten Zinserhöhungskurs eingeleitet. Inzwischen hat sie die Schlüsselsätze bereits acht Mal in Folge angehoben. Der am Finanzmarkt massgebliche Einlagensatz, den Finanzinstitute für das Parken überschüssiger Gelder bei der Notenbank erhalten, liegt inzwischen bei 3,50 Prozent - das höchste Niveau seit 22 Jahren. Und für die kommende Zinssitzung nächsten Donnerstag in Frankfurt erwarten Volkswirte eine weitere Anhebung um 0,25 Prozentpunkte.
Die Verbindlichkeiten der Haushalte blieben im ersten Quartal im Vergleich mit dem Schlussviertel 2022 mit rund 2,14 Billionen Euro nahezu unverändert. Die Verschuldungsquote sank auf 54,4 Prozent nach 55,2 Prozent im vierten Quartal 2022, da die Wirtschaftsleistung zulegte. Die Bundesbank berücksichtigt bei ihren Berechnungen zum Geldvermögen neben Bargeld, Bankeinlagen und Wertpapieren auch Ansprüche gegenüber Versicherungen. Wie sich das Geldvermögen in der Bevölkerung verteilt, geben die Daten allerdings nicht her.
(Reuters)

1 Kommentar
Real, seit 2021 gibt es wohl kaum noch nennenswerte Kapitalgewinne, die nicht die Teuerung gefressen hat. Erst recht bei Anlagen in EUR und USD.