Die Ölpreise sind am Dienstag erneut gestiegen und haben den höchsten Stand seit mehreren Monaten erreicht. Bis zum Nachmittag haben sie leichte Gewinne aus dem frühen Handel deutlich ausgebaut. Preistreiber ist die angespannte Lage im Iran und die Sorge vor einem sinkenden Angebot.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März kostete 65,47 US-Dollar. Das sind 1,60 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI zur Lieferung im Februar stieg um 1,57 Dollar auf 61,07 Dollar.

Mit dem aktuellen Preissprung ist Brent-Öl aus der Nordsee so teuer wie seit dem vergangenen Oktober nicht mehr. Der Preis für US-Öl erreichte den höchsten Stand seit Anfang November.

Preistreiber ist vor allem die jüngste Entwicklung im Iran, wo die Staatsführung Massenproteste mit Gewalt niederschlägt. US-Präsident Donald Trump kündigte neue Zölle an, um die Führung in Teheran unter Druck zu setzen. Für alle Länder, die Geschäfte mit dem Iran machen, sollen mit sofortiger Wirkung Strafzölle auf Einfuhren in die USA in Höhe von 25 Prozent gelten, wie Trump auf seiner Plattform Truth Social erklärte.

Die Zollandrohungen hätten für einen Aufschlag bei den Ölpreisen gesorgt, sagte Öl-Analyst Charu Chanana von Saxo Markets in Singapur. Aber in welche Richtung es am Ende tatsächlich wirken werde, hänge nun davon ab, ob die Zoll-Rhetorik überhaupt in realen Zöllen mündet. Entscheidend sei, ob es zu Engpässen bei der Versorgung oder zu neuen Handelsstreitigkeiten komme.

Bereits in den vergangenen Handelstagen waren die Ölpreise zum Teil deutlich gestiegen. Die Lage in Venezuela, das über die weltweit grössten Ölreserven verfügt, wird von Öl-Investoren ebenfalls stark beachtet.