Die Währungshüter ‌in ⁠London entschieden am Donnerstag, den geldpolitischen Schlüsselsatz bei 3,75 Prozent zu belassen. ⁠Die Entscheidung war jedoch intern umstritten: Sie fiel mit sieben zu zwei Stimmen. Die ‌Bank of England (BoE) sieht sich mit einer Teuerungsrate ‌von 2,8 Prozent konfrontiert, die vor ​allem auf die durch den Iran-Konflikt gestiegenen Energiepreise zurückzuführen ist. Grossbritannien ist aufgrund seiner Abhängigkeit von Erdgasimporten stärker vom Iran-Krieg betroffen als die meisten anderen westlichen Länder.

Die USA und der Iran steuern jedoch ‌auf ein Abkommen zu, das die Wiederöffnung der Strasse von Hormus – einer wichtigen Ölexportroute – vorsieht. Nach der Unterzeichnung des Rahmenabkommens sollen Vertreter der USA und ​des Iran am Freitag in der Schweiz zu ersten ​Gesprächen über noch offene Fragen zusammenkommen.

Noch ​bevor sich Ende vergangener Woche die Umrisse einer Einigung abzeichneten, erklärte BoE-Chef Andrew Bailey, ‌die Notenbank könne sich Zeit lassen. Sie befinde sich in einer anderen Lage als die Europäische Zentralbank, die in der vergangenen Woche erstmals seit ​2023 ​die Zinsen angehoben hatte. Grossbritannien hat ⁠bereits das höchste Leitzinsniveau in der Gruppe der ​sieben grössten westlichen ⁠Industrieländer (G7).

Dabei hat die Notenbank die Zinsschraube seit Mitte 2024 bereits sechsmal ‌gelockert - zuletzt im Dezember. Eine Reuters-Umfrage aus der vergangenen Woche ergab, dass die meisten Volkswirte in diesem Jahr keine ‌Zinserhöhung erwarten. Die Finanzmärkte rechnen hingegen mit einer Anhebung ​um einen Viertelprozentpunkt – womöglich bereits im September.

(Reuters)