Die Grundgehälter lagen in den Monaten Dezember bis Februar um 6,0 Prozent über dem Niveau vor einem Jahr, wie das Nationale Statistikamt ONS am Dienstag mitteilte. Experten hatten mit einem stärkeren Rückgang auf 5,8 Prozent gerechnet, nach einem Wert von 6,1 Prozent im Zeitraum November bis Januar. Die Bank of England (BoE), die am 9. Mai wieder über die Leitzinsen entscheidet, strebt eine Inflationsrate von zwei Prozent an.

Sie achtet dabei auch auf den Arbeitsmarkt und die Entwicklung des Lohnwachstums. Dieses ist trotz der jüngsten Abschwächung noch immer rund doppelt so hoch wie in der Zeit vor der Corona-Krise.

Die Arbeitslosenquote im Vereinigten Königreich stieg unterdessen auf 4,2 Prozent von 3,9 Prozent. Experten hatten erwartet, dass die Rate nur auf 4,0 Prozent ansteigen würde. «Der Arbeitsmarkt kühlt sich weiter allmählich ab, aber das anhaltend hohe Lohnwachstum unterstreicht die Sorgen über eine anhaltende Inflation», sagte Ökonom Jack Kennedy von der Jobplattform Indeed.

Zugleich zeichnet sich ein Ende der Rezession auf der Insel ab. Im Februar wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 0,1 Prozent zum Vormonat. Im Januar hatte es sogar zu einem Plus von 0,3 Prozent gereicht. Die Wirtschaft war in der zweiten Hälfte vorigen Jahres in eine Rezession gerutscht, als das Bruttoinlandsprodukt zwei Quartale in Folge schrumpfte. Konjunkturdämpfend wirkt dabei die Hochzinspolitik der Bank of England (BoE), die damit die hohe Inflation von zuletzt noch 3,4 Prozent weiter drücken möchte. Aktuell hält die BoE den Leitzins bei 5,25 Prozent. Allerdings zeichnet sich angesichts der abebbenden Teuerungswelle eine Zinswende ab. Viele Experten rechnen ab der zweiten Jahreshälfte mit Zinssenkungen.

(Reuters)