In seinem ersten jährlichen Brief an die Aktionäre ‌sicherte Abel am Samstag zu, die Bilanzgrundsätze und ‌Werte seines Vorgängers und Mentors unverändert ​zu lassen. Er werde die Barreserven von fast 373,3 Milliarden Dollar nicht überstürzt einsetzen und plane auch keine Dividendenzahlungen. Buffett hatte sich ebenfalls gegen Ausschüttungen ausgesprochen.

Abel zollte dem 95-jährigen Buffett Tribut, der nach 60 Jahren als Konzernchef ‌zurückgetreten war, aber Chef des Verwaltungsrats bleibt. «Warren Buffett ist wohl der grösste Investor aller Zeiten», schrieb Abel. «In Berkshire zu investieren, war lange Zeit ein Vertrauensbeweis in unseren Gründer – ​ein Vertrauen, das nun bei Berkshire liegt.» Er signalisierte ​zudem, dass die dezentrale Struktur des Konzerns beibehalten ​werde, bei der die Dutzenden von Unternehmen weitgehend ohne Einmischung von ihm operieren.

Analystin Cathy ‌Seifert von CFRA Research nannte den Brief einen gelungenen Versuch, den Anlegern nach dem Führungswechsel Kontinuität zu signalisieren.

Abel äusserte sich auch zu einzelnen Geschäftsbereichen. So habe ​Berkshire kein ​Interesse am Kauf einer weiteren ⁠grossen Eisenbahngesellschaft neben der vorhandenen Güterbahn BNSF. Zudem wies ​er auf den Druck ⁠durch Rechtsstreitigkeiten beim Energieversorger PacifiCorp im Zusammenhang mit Waldbränden in Oregon hin.

Berkshire ‌meldete für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 einen Gewinnrückgang. Grund waren Abschreibungen auf die Beteiligungen am Lebensmittelkonzern Kraft Heinz ‌und dem Ölförderer Occidental Petroleum. Der operative Gewinn im vierten Quartal ​fiel um 30 Prozent auf 10,2 Milliarden Dollar, im Gesamtjahr um sechs Prozent auf 44,49 Milliarden Dollar. 

(Reuters)