Die Bundesbank sieht Reformbedarf zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. So sei die jüngste Exportschwäche nicht allein auf Preisfaktoren oder konjunkturellen Gegenwind zurückzuführen, heisst es in einem am Montag veröffentlichten Fachartikel aus dem Monatsbericht der deutschen Zentralbank. Vielmehr dürften auch strukturelle Faktoren eine Rolle gespielt haben. Es komme somit darauf an, die Standortbedingungen zu verbessern und die Produktivität, Innovationsfähigkeit sowie Anpassungsfähigkeit der deutschen Exportwirtschaft zu stärken: «Dazu zählen verlässliche Rahmenbedingungen für private Investitionen, bessere Voraussetzungen für Forschung, Entwicklung sowie für junge, innovative Unternehmen, eine beschleunigte Digitalisierung und insbesondere geringere Bürokratiekosten.»
Der Wirtschaftsstandort leide seit einigen Jahren unter einem Verlust an Wettbewerbsfähigkeit. Dieser habe «preisliche und nichtpreisliche Ursachen» und drücke sich in einem Verlust von Exportmarktanteilen aus, heisst es in dem Fachartikel. Dabei greift die Bundesbank auf Indikatoren der preislichen Wettbewerbsfähigkeit zurück und analysiert mithilfe eines Datensatzes von mehr als 50 Ländern den Einfluss auf die Exportentwicklung seit 1980.
Die Ergebnisse zeigen, dass eine Verschlechterung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit generell das Exportwachstum messbar dämpft. Zugleich erklärt dies laut der Bundesbank aber nur einen begrenzten Teil der jüngsten Exportschwäche. Je nach Indikator erklärt die seit 2022 eingetretene Verschlechterung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit zwischen sechs und 24 Prozent der Abweichung des durchschnittlichen Exportwachstums 2022 bis 2025 vom Vor-Corona-Trendwachstum der Jahre 2015 bis 2019. Zusätzlich kann die schwächere Nachfrage der Handelspartner nach Importen ebenfalls bis zu rund einem Viertel der Abweichung vom Vor-Corona-Trend der Ausfuhren erklären.
(Reuters)

