Die Aktie von Burckhardt Compression gerät am Donnerstag unter Druck. Kurz nach Börsenstart verliert das Papier rund 12 Prozent und fällt zwischenzeitlich unter die Marke von 450 Franken. Nach einer Dreiviertelstunde pendelt sich der Verlust bei 7 Prozent respektive einem Preis von 475 Franken ein.

Zum Vergleich: Am Vortag hatte die Aktie noch bei 511 Franken geschlossen. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust damit auf 6,6 Prozent.

Auslöser des Kursrutsches sind der deutlich rückläufige Bestellungseingang und die damit einhergehende Verschiebung der mittelfristigen Finanzziele. Das Unternehmen hatte ursprünglich angestrebt, bis zum Geschäftsjahr 2027/28 einen Umsatz von 1,2 Milliarden Franken sowie eine EBIT-Marge von 12 bis 15 Prozent zu erreichen. Nun geht das Management davon aus, dass diese Ziele voraussichtlich erst nach dem Geschäftsjahr 2027 erreicht werden.

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) bewertet die Entwicklung kritisch. Der Bestellungseingang sei die Grundlage für das zukünftige Wachstum und signalisiere derzeit eine deutliche Abschwächung. «Das impliziert ein eher verhaltenes Geschäftsjahr 2026», schreibt die ZKB in ihrer Analyse.

Entsprechend liege der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr unter den Markterwartungen. Auch die Verschiebung der Mittelfristziele dürfte von Investoren klar negativ aufgenommen werden.

Geopolitische Unsicherheiten

Burckhardt selbst führt die schwächere Entwicklung auf verzögerte Investitionsentscheidungen zurück. Verantwortlich dafür seien unter anderem die US-Zollpolitik, geopolitische Spannungen sowie der anhaltende Konflikt im Nahen Osten. Auch die Bank Vontobel verweist auf diese Faktoren. Der Iran-Konflikt führe weiterhin zu Nachfragedruck und verzögere die Erreichung der mittelfristigen Ziele.

Analyst Arben Hasanaj verweist jedoch auf positive Perspektiven im mittelfristigen Zeithorizont. Der verstärkte Fokus auf Energiesicherheit dürfte seiner Einschätzung nach zu einer Neuausrichtung der globalen Energieströme und zu höheren Investitionen in erneuerbare Energien führen. Davon könnten insbesondere die Energie- und Chemieindustrie profitieren – und damit auch Burckhardt Compression.

(cash)