Ein hochrangiger südkoreanischer Regierungsberater hat vorgeschlagen, Bürgern eine «Dividende» aus Steuereinnahmen auf KI-Gewinne auszuzahlen. Dies signalisiert wachsenden Druck auf die Behörden, die Gewinne aus dem Boom umzuverteilen, von dem insbesondere Chiphersteller wie Samsung Electronics und SK Hynix profitieren.

Die Aussagen in einem Facebook-Beitrag von Präsidialpolitikchef Kim Yong-beom haben in der vergangenen Woche starke Kursschwankungen am südkoreanischen Aktienmarkt ausgelöst. Investoren hatten Schwierigkeiten, den Umfang der Vorschläge einzuordnen.

Seouls Börsen-Leitindex Kospi fiel zuletzt um 6,1 Prozent. Zeitweise verringerte er seine Verluste, nachdem Kim klargestellt hatte, dass er auf «zusätzliche Steuereinnahmen» aus dem KI-Boom zugreifen will, anstatt eine neue Sondersteuer auf Unternehmensgewinne einzuführen.

«Überschussgewinne im KI-Zeitalter sind ihrem Wesen nach konzentriert», schrieb Kim. Speicherunternehmen, zentrale Ingenieure und Aktionäre würden mit hoher Wahrscheinlichkeit erhebliche Vorteile erhalten, während ein Grossteil der Mittelschicht nur indirekte Effekte spüre.

Weltweit weisen Ökonomen und Politiker zunehmend darauf hin, dass die Verbreitung von KI-Technologie die Kluft zwischen Wohlhabenden und weniger Wohlhabenden vergrössern könnte. Besonders in Südkorea äussert sich diese Sorge in öffentlichen Forderungen, wonach Branchengrössen wie SK Hynix und Samsung Electronics einen grösseren Anteil der Gewinne aus dem globalen KI-Infrastrukturboom teilen sollen.

Die Aktie von Samsung fiel am Freitag 8,6 Prozent. Die Titel von SK Hynix rutschten 7,8 Prozent ab.

Die Äusserungen von Kim zeigen nach Einschätzung von Jung In Yun, Chef von Fibonacci Asset Management Global, dass die südkoreanische Regierung KI zunehmend als nationale Infrastruktur und nicht mehr nur als weiteren Technologietrend betrachtet. «Das ist unterstützend für das KI-Angebot in Korea, insbesondere für Unternehmen mit Bezug zu Halbleitern, Energieausrüstung und souveränen KI-Plattformen», sagte er.

(Bloomberg/cash)

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