Burkhalter-CEO Marco Syfrig - «Wir werden das Dividendenniveau nicht mehr gross unterschreiten»

Der Elektroinstallateur Burkhalter spürt den Preiskampf in der Branche: Die Marge sinkt, die Dividende wird gekürzt. CEO Marco Syfrig glaubt an eine Besserung in zwei bis drei Jahren, wie er im cash-Video-Interview sagt.
15.04.2019 14:02
Von Pascal Züger
Marco Syfrig ist seit 2008 CEO der Burkhalter Gruppe.
Bild: cash

Die Situation für Elektroinstallateure ist in der Schweiz nicht leicht: Der Wettbewerb unter den Anbietern steigt. Der heftige Preiskampf führt sogar dazu, dass einige Firmen defizitäre Aufträge annehmen.

Der Marktführer Burkhalter, der aus 46 verschiedenen Betrieben besteht, hat sich dazu entschieden, den Preiswettbewerb nicht mitzumachen und sich nur auf qualitativ hochstehende Aufträge zu konzentrieren. Dadurch kann die Firma eine Rendite über dem Branchenschnitt erzielen.

Trotzdem geht der harte Wettbewerb auch bei Burkhalter nicht spurlos vorbei: Im Jahr 2018 ging der Reingewinn um 22 Prozent zurück, die operative Marge verringerte sich von 7,4 Prozent im Vorjahr auf 6,1 Prozent. Gleichzeitig wurde die Dividende von 5 Franken auf 3.90 Franken gestutzt. Die Burkhalter Gruppe rechnet 2019 weiter mit einem schwierigen Marktumfeld.

"Noch zwei, drei Jahre, dann wird sich die Branchensituation wieder bessern", sagt Burkhalter-CEO Marco Syfrig im Interview mit cash. Die tiefen Preise, die derzeit realisiert werden, würden bei den entsprechenden Anbietern langfristig nicht zum Erfolg führen. "Der Markt wird sich konsolidieren, davon bin ich überzeugt."

Marge soll 2019 gehalten werden

Das Management zeigte sich an der Bilanzmedienkonferenz am Montag anlässlich der Jahreszahlen 2018 zuversichtlich, die Gewinnmarge (Stufe EBIT) von 6 Prozent halten zu können und einen Gewinn pro Aktie "in ähnlicher Höhe wie 2018" erwirtschaften zu können.

Und wird die Dividende weiter gestutzt? Schliesslich wurde die Aktie von Burkhalter in den letzten Jahren von vielen Investoren wegen der attraktiven Ausschüttungen gekauft. "Das jetzige Divdendenniveau werden wir nicht mehr gross unterschreiten", so Syfrig zu cash. Jedoch sei es sehr schwierig vorauszusagen, ob es künftig 3.50 Franken, 4 Franken oder 4.20 Franken Dividende sein werden. An der grundsätzlichen Strategie, einen sehr hohen Teil des Gewinns auszuschütten, hält Burkhalter zumindest fest: "Gewinn ist bei uns gleich Free Cash Flow, und diesen schütten wir aus", sagt Syfrig.

An der Börse kommen die Jahreszahlen gut an, die Burkhalter-Aktie legt bis am frühen Nachmittag um über 3 Prozent auf 78 Franken zu. Der deutliche Gewinnrückgang war bereits im Voraus angekündigt worden und war deshalb im Aktienkurs eingepreist. Zudem ist der Ausblick stabil und die Dividendenrendite beträgt - trotz der heutigen Kürzung - noch immer attraktive 5 Prozent.

Im cash-Video-Interview sagt Marco Syfrig ausserdem, ob es 2019 weitere Zukäufe geben wird und ob darunter gar eine grössere Akquisition sein wird.

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